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Kräusel-Krankheit an Haus-Rebstock?

Verfasst: Fr 13. Jul 2018, 22:25
von Gerd †
Hallo zusammen,

bei meinem Nachbar zeigen ein Teil der Blätter oberseits sonderbare konvexe Beulen und unterseits einen weißen haarigen Belag:

(1) oberseits:
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(2) unterseits:
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- Bei meiner Recherche landete ich auf eine durch Milben verursachte "Kräusel-Krankheit"!

- Hat jemand eine bessere Idee???

Grüße Gerd

Re: Kräusel-Krankheit an Haus-Rebstock?

Verfasst: So 15. Jul 2018, 11:43
von Volker
Rebenblattfilzmilbe (Colomerus vitis)

Gruß Volker

Re: Kräusel-Krankheit an Haus-Rebstock?

Verfasst: So 15. Jul 2018, 23:01
von Gerd †
Volker hat geschrieben: So 15. Jul 2018, 11:43 Rebenblattfilzmilbe (Colomerus vitis)

Gruß Volker
Hallo Volker,

danke, dass du mir den Befall durch Milben bestätigt hast.

(1) Bei meiner Recherche bin u.a. auf Rebenpockenmilbe, Blattgallmilde, Kräuselmilbe gestoßen.

(2) Beim wissenschaftlichen Namen werden auch mehrere gehandelt, z.B.

(a) Colomerus vitis = Syn. Eriophoryes vitis
(b) Calepitrimerus vitis = aktuell???

Grüße Gerd


Literatur:

https://www.lwg.bayern.de/gartenakademi ... /index.php

http://www.agrometeo.ch/sites/default/f ... ilbe_d.pdf

Nachtrag:

Jetzt bin ich verwirrt, nachdem ich folgenden Beitrag

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15777003

überflogen habe.

Mein Eindruck, dass in Australien zwischen

(a) Calepitrimerus vitis (Grape rust mite = Trauben-Rostmilbe)
und (b) Colomerus vitis (Grape bud mite = Trauben-Knospenmilbe)

unterschieden wird.

Re: Kräusel-Krankheit an Haus-Rebstock?

Verfasst: Mo 16. Jul 2018, 06:45
von Volker
Moin Gerd

Es sind zwei verschiedene Arten. Colomerus vitis zeigt auf den Blättern mehr oder weniger blasen- oder pockenartige Aufwölbungen. Bei Befall sind regulierende Maßnahmen oft nicht notwendig im Gegensatz zu Calepitrimerus vitis.
Calepitrimerus vitis befällt bevorzugt die Knospen, aber auch Blätter und Triebe. Hier sind die Triebe verkümmert, verkürzt, die Blätter gekräuselt und waben- bzw. löffelartig gewölbt und verkümmert, bleiben klein. Man sieht auch beim genauen Hinsehen oder mit Lupe überall Einstichstellen etc. Das Gesamtbefallsbild unterscheidet sich zu Colomerus vitis. Hier muß man regulieren, entweder auf natürliche Weise mit Raubmilben wie Typhlodromus pyri oder mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln.

Gruß Volker

Re: Kräusel-Krankheit an Haus-Rebstock?

Verfasst: Do 19. Jul 2018, 15:53
von Gerd †
Volker hat geschrieben: Mo 16. Jul 2018, 06:45 Moin Gerd

Es sind zwei verschiedene Arten. Colomerus vitis zeigt auf den Blättern mehr oder weniger blasen- oder pockenartige Aufwölbungen. Bei Befall sind regulierende Maßnahmen oft nicht notwendig im Gegensatz zu Calepitrimerus vitis.
Calepitrimerus vitis befällt bevorzugt die Knospen, aber auch Blätter und Triebe. Hier sind die Triebe verkümmert, verkürzt, die Blätter gekräuselt und waben- bzw. löffelartig gewölbt und verkümmert, bleiben klein. Man sieht auch beim genauen Hinsehen oder mit Lupe überall Einstichstellen etc. Das Gesamtbefallsbild unterscheidet sich zu Colomerus vitis. Hier muß man regulieren, entweder auf natürliche Weise mit Raubmilben wie Typhlodromus pyri oder mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln.

Gruß Volker
Hallo Volker,

herzlichen Dank für die Aufklärung.

- Dann kann ich meinen Nachbar beruhigen, dass es sich nur um einen Befall durch "Colomerus vitis" (Blattgallmilbe) handelt. Die Trauben sind übrigens normal ausgebildet, auch stark befallene Blätter nicht kleiner als nicht befallene und auch die neuen Triebe sind nicht verkürzt.
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Abschlussfrage:
- Bringt es was, im nächsten Frühjahr befallene Blätter, bevor die Milben das Winterquartier aufsuchen, zu entfernen?

Grüße Gerd

Re: Kräusel-Krankheit an Haus-Rebstock?

Verfasst: Do 19. Jul 2018, 19:16
von Volker
- Bringt es was, im nächsten Frühjahr befallene Blätter, bevor die Milben das Winterquartier aufsuchen, zu entfernen?
Hallo Gerd

Ein Eingreifen ist bei normalen Befall in der Regel nicht notwendig, siehe auch hier.