Birkenbovist ( Evtl. Missbildung vom Birkenporling)

Missbildungen und Mutationen an Pilzen können hier vorgestellt werden - Forumsstart 14.03.2009
Enno
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Birkenbovist ( Evtl. Missbildung vom Birkenporling)

Ungelesener Beitrag von Enno » Mo 24. Feb 2014, 22:24

Hallo!

Ich habe heute einen Merkwürdigen Birkenporling gefunden, welcher aussieht wie ein Bovist, also keine Fruchtschicht besitzt. Pablo vom Pilzforum.eu hat mich in das Forum hier verwiesen. Nun ist meine Frage ist das eine echte Missbildung oder kommt das des öfteren bei Birkenporlingen vor?
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Liebe Grüße

sendet

Enrico

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Gerd
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Re: Birkenbovist ( Evtl. Missbildung vom Birkenporling)

Ungelesener Beitrag von Gerd » Mi 26. Feb 2014, 01:34

Hallo Enrico,

zuerst einmal ein herzliches Willkommen im "Gruselforum" und ein Dank für's Zeigen dieser Bilder.

- Und Danke auch an Pablo, der dich auf das "Gruselforum" hingewiesen hat.
Enno hat geschrieben: Ich habe heute einen Merkwürdigen Birkenporling gefunden, welcher aussieht wie ein Bovist, also keine Fruchtschicht besitzt. Pablo vom Pilzforum.eu hat mich in das Forum hier verwiesen. Nun ist meine Frage ist das eine echte Missbildung oder kommt das des öfteren bei Birkenporlingen vor?

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Bild
- Beim Betrachten deiner Bilder (das aussagekräftigste habe ich gerade gezeigt) kam ich in's Grübeln, ob es sich bei deinem Fund um einen "Birkenporling (Piptoporus betulinus" handelt.

(1) Achte bitte einmal auf die braune Farbe, die man am Fruchtkörper unter der fehlenden Huthaut erkennen kann. Wenn es sich um einen "Birkenporling" handelt müsste man das als Farbe der "Trama" (Hutfleisch) deuten.

---> Doch die Trama dieser Art ist leider hell und keineswegs braun.

(2) Die Form des Fruchtkörpers und die fehlenden Poren erinnern in der Tat an einen Bovisten.

---> Nur Pech, dass es verm. keinen ähnlichen "Bovisten" an Holz gibt.

(3) Aber, meine spontane Idee war, dass es sich evtl. um "Enteridium lycoperdon = Reticularia lycoperdon" (Bovistähnlicher Schleimpilz, Stäublings-Schleimpilz) handelt.

---> Ja, ich weiß, dass die sehr dünne Huthaut typisch nicht so gefärbt ist, aber ich habe Hinweise gefunden, dass im Alter die eigentlich helle Huthaut durch die braunen Sporen bräunlich gefärbt sein kann.

Fazit:

- Wir müssen zuerst klären, um welche Art es sich handelt :giggle

- Und dann erst kann man die Frage "Missbildung oder nicht" bewerten :gnade

Frage:
- Kannst du ein Schnittbild des Fruchtkörpers liefern und evtl. das Innere beschreiben?
---> Ich halte das für eine belastbare Bestimmung für unverzichtbar.

Grüße
Gerd
- Ich mache nur Bestimmungsvorschläge und keine Essensfreigabe.

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Re: Birkenbovist ( Evtl. Missbildung vom Birkenporling)

Ungelesener Beitrag von Harry » Mi 26. Feb 2014, 09:49

Hallo Enno,

zunächst einmal ein herzliches Willkommen im Forum. :tup:

Ich zweifele nicht daran das es sich bei dem gezeigten Pilz um Piptoporus betulinus handelt. Die Braunverfärbung in der Verletzung ( Loch ) kann auch davon herrühren dass sich das an sich weiße Fleisch zu braun hin verfärbt hat. Der Birkenporling bildet in seiner Jugend zunächst kleine Knollen von einigen Zentimetern Durchmesser. Erst später bilden sich dann aus diesen Knollen die nieren bis hufeisenförmigen Fruchtkörper heraus. Erst in dieser Phase bildet sich auch das Hymenophor und das Hymenium. Meine Theorie ist nun dass es dieser Fruchtkörper, aus welchem Grund auch immer, nicht geschafft hat sich vollständig zu entwickeln. Er ist in der Entwicklung stecken geblieben und gealtert. Die braune Haut, die im Alter feldrig aufspringt, ist ganz typisch für diese Art und auf deinem Bilder recht deutlich erkennbar.

Mein Fazit: keine Missbildung sondern eher ein in der Entwicklung nicht vorangekommener Fruchtkörper. Aber wie schon erwähnt ist das nur eine Vermutung. Vielleicht findet Gerd ja noch eine andere Erklärung.

Gruß
Harry
Dass man immer noch lernen kann ist herrlich, und auch dass man andere dazu braucht.

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Re: Birkenbovist ( Evtl. Missbildung vom Birkenporling)

Ungelesener Beitrag von Beorn » Mi 26. Feb 2014, 17:35

Hallo!

Das wäre jedenfalls eine gute Erklärung, Harry! :tup:
Daß das ein Birkenporling ist, da bin ich auch recht sicher. Eben schon ziemlich angenagt und ganz und gar nicht mehr frisch, aber etwas Anderes kommt kaum in Frage. Enteridium lycoperdon (Stäublingsschleimpilz) ist eher ein flach dem Substrat aufsitzendes Gebilde, Stiele kann der nicht ausbilden.

Im eu-Forum schrieb Enrico allerdings, der wäre recht groß. Das könnte man vielleicht noch mal etwas genauer beziffern.
Kleine, junge Birkenporlinge habe ich auch schon gesehen, wo die Fruchtschicht noch nicht ausgebildet war. Allerdings dann nicht größer als ein Golfball etwa. Daß dann das Mycel hin und wieder die Nährstoffversorgung einstellt und der Fruchtkörper "stagniert", kommt immer wieder mal vor. Aber dann würde er ja auch nicht besonders groß werden?
Wobei Größe natürlich auch wieder relativ ist...


LG, Pablo.

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Re: Birkenbovist ( Evtl. Missbildung vom Birkenporling)

Ungelesener Beitrag von Harry » Sa 1. Mär 2014, 11:18

Hallo Enno, hallo Gerd

kommt da jetzt noch was oder verläuft sich diese interessante Sache im Sand?

Gruß
Harry
Dass man immer noch lernen kann ist herrlich, und auch dass man andere dazu braucht.

Enno
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Re: Birkenbovist ( Evtl. Missbildung vom Birkenporling)

Ungelesener Beitrag von Enno » Di 4. Mär 2014, 23:14

Hallo An Alle!

Danke das ihr euch meinem "Fall" angenommen habt!

Wenn das ein Schleimpilz sein soll, dann wäre es ein echt riesiger! ( Größe der Pilzes ungefähre Handballgröße ) Und Jung ist der keines Falls!

Was mir Aufgefallen ist, Ein weiterer Porling der seitlich am Stamm wuchs und nicht aufsitzend hatte nur eine Schwach ausgeprägte Fruchtschicht sowie diese kugelige Form, dieser hier wuchs oben auf dem Stamm drauf! --> Das war der Grund mich über Missbildung zu informieren... ( evtl. Genprobleme?? )

LG

Enrico

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Re: Birkenbovist ( Evtl. Missbildung vom Birkenporling)

Ungelesener Beitrag von Holger » Mi 5. Mär 2014, 11:20

Hallo Enrico,

vielleicht lag der Stamm ja anders als der FK zu wachsen begann. Dann wurde der Stamm bewegt und durch Geotropismus entwickelte sich eben jene "seltsame" Form.

Ps. Größe vom Handball, ich als Handballer kann da nur sagen :giggle da gibt es riesige Unterschiede, von E-Jugend zu Herrenhandball? Was sind das Für Bestimmungsmerkmale????

Lästermodus aus: War ein Scherz, ich nehme an das Du den Durchschnittshandball meinst.
Viele Grüße und einen schönen Tag
Holger

Ps. Essensfreigabe nur vor Ort und nicht aufgrund von Fotos oder per Mail

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Re: Birkenbovist ( Evtl. Missbildung vom Birkenporling)

Ungelesener Beitrag von Gerd » Mo 18. Jun 2018, 18:07

Harry hat geschrieben:
Mi 26. Feb 2014, 09:49
Hallo Enno,

zunächst einmal ein herzliches Willkommen im Forum. :tup:

Ich zweifele nicht daran das es sich bei dem gezeigten Pilz um Piptoporus betulinus handelt. Die Braunverfärbung in der Verletzung ( Loch ) kann auch davon herrühren dass sich das an sich weiße Fleisch zu braun hin verfärbt hat. Der Birkenporling bildet in seiner Jugend zunächst kleine Knollen von einigen Zentimetern Durchmesser. Erst später bilden sich dann aus diesen Knollen die nieren bis hufeisenförmigen Fruchtkörper heraus. Erst in dieser Phase bildet sich auch das Hymenophor und das Hymenium. Meine Theorie ist nun dass es dieser Fruchtkörper, aus welchem Grund auch immer, nicht geschafft hat sich vollständig zu entwickeln. Er ist in der Entwicklung stecken geblieben und gealtert. Die braune Haut, die im Alter feldrig aufspringt, ist ganz typisch für diese Art und auf deinem Bilder recht deutlich erkennbar.

Mein Fazit: keine Missbildung sondern eher ein in der Entwicklung nicht vorangekommener Fruchtkörper. Aber wie schon erwähnt ist das nur eine Vermutung. Vielleicht findet Gerd ja noch eine andere Erklärung.

Gruß
Harry
Hallo Harry,

deiner Erklärung stimme ich zu.

---> Deshalb liegt der Fruchtkörper innerhalb der normalen Variabilität dieser Art!!!
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