Weihnachtsausstellung Schloss Burgau

Missbildungen und Mutationen an Pilzen können hier vorgestellt werden - Forumsstart 14.03.2009
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carter
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Weihnachtsausstellung Schloss Burgau

Ungelesener Beitrag von carter » Di 5. Dez 2017, 13:42

hallo liebe pilzfreunde___

auf einer weihnachtsausstellung habe ich unter einem verkaufstisch bisher noch
unbestimmte pilze gefunden die ich euch zeigen möchte


005.jpg
005.jpg (192.87 KiB) 1445 mal betrachtet
006.jpg
006.jpg (227.98 KiB) 1445 mal betrachtet
007.jpg
007.jpg (183.4 KiB) 1445 mal betrachtet


zur besseren ansicht noch einige nahaufnahmen


n01.JPG
n01.JPG (49.81 KiB) 1445 mal betrachtet
Originalwert Bild aufgenommen am/um:
2017:12:03 19:37:31
Bild aufgenommen am/um:
So 3. Dez 2017, 18:37
n02.JPG
n02.JPG (15.68 KiB) 1445 mal betrachtet
Originalwert Bild aufgenommen am/um:
2017:12:03 19:38:18
Bild aufgenommen am/um:
So 3. Dez 2017, 18:38
n03.JPG
n03.JPG (108.94 KiB) 1445 mal betrachtet
Originalwert Bild aufgenommen am/um:
2017:12:03 19:42:22
Bild aufgenommen am/um:
So 3. Dez 2017, 18:42


was bisher diskutiert wurde bitte hier nachlesen

https://www.pilzforum.at/showthread.php?tid=4081


liebe grüße_____carter
@ gerd :tup: :tup: :tup: einfach top
pilzfänger

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Harry
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Re: Weihnachtsausstellung Schloss Burgau

Ungelesener Beitrag von Harry » Di 5. Dez 2017, 21:04

Hallo carter,

schön mal wieder was von dir zu lesen. :tup: :tup:

Auch wenn es nicht so richtig passt, ist für mich eine Lyophyllumart am wahrscheinlichsten. Nur welche? Schwierig. Unter starkem Lichtmangel können Pilzfruchtkörper schon ganz schön aus der " Art " schlagen. Man kann meiner Meinung nach aufgrund der Bilder nicht zu einer belastbaren Bestimmung kommen.

Gruß
Harry
Dass man immer noch lernen kann ist herrlich, und auch dass man andere dazu braucht.

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carter
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Re: Weihnachtsausstellung Schloss Burgau

Ungelesener Beitrag von carter » Di 5. Dez 2017, 21:40

hallo harry

viele experten_____unterschiedliche meinungen..

lyophyllum war bisher meine 2te alternative aber ich konnte
bislang keinen einzigen brauchbaren bild vergleich finden..

in zwei tagen bin ich wieder vor ort und darf mir einen bestimmungsfähigen
beleg entnehmen :freu

..und nach der neuesten tel. info gibt es auch nachwuchs
nun hoffe ich mal das mir auch di passenden bilder gelingen..

liebe grüße carter
pilzfänger

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carter
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Re: Weihnachtsausstellung Schloss Burgau

Ungelesener Beitrag von carter » Fr 8. Dez 2017, 17:14

hallo liebe pilzfreunde

heute war ich wieder vor ort um neue bilder und auch
einen brauchbaren beleg zu finden

als erstes ein vergleich zum anfangsbild
n01.jpg
n01.jpg (87.91 KiB) 1434 mal betrachtet
n02.jpg
n02.jpg (88.48 KiB) 1434 mal betrachtet

die pilze am zweiten bild sind neu hinzugekommen aber
auch schon sehr im trocknen bedingt durch das beheizen der ausstellung

neu ist auch dieser winzling der waagerecht aus der mauer nach unten wächst...
interessant auch die vergrößerung der stielbasis...
n03.jpg
n03.jpg (105.6 KiB) 1434 mal betrachtet
n04.jpg
n04.jpg (57.39 KiB) 1434 mal betrachtet

nun noch einige fotos bei tageslicht vom mitgebrachten beleg...
n05.jpg
n05.jpg (51.25 KiB) 1434 mal betrachtet
n06.jpg
n06.jpg (45.31 KiB) 1434 mal betrachtet
n08.jpg
n08.jpg (45.64 KiB) 1434 mal betrachtet
n07.jpg
n07.jpg (39.6 KiB) 1434 mal betrachtet
bin schon neugierig was es wirklich ist ...

liebe grüße_______carter
pilzfänger

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Re: Weihnachtsausstellung Schloss Burgau

Ungelesener Beitrag von UmUlmHerum » Sa 9. Dez 2017, 22:11

Hallo Carter,

mein erster Eindruck wäre der Braune Büschelrasling – Harry denkt ja auch an Lyophyllum. Welcher genau? Die Gelehrten sind sich m.W. nach noch nicht einig darüber, ob man L. decastes und L. loricatum zusammenwerfen oder trennen soll/kann/muss. Gegen einen Rasling sprechen die deutlich herablaufenden Lamellen - sie erinnern eher an den Rillstieligen Seitling oder den Austernseitling, die auch zentral gestielte Hüte haben können. Tja, mehr kann ich dazu auch nicht beitragen...

Diese große Gruppe mit dem gegabelten Stiel sieht toll aus – schön fotografiert!

Viele Grüße – Rika

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Re: Weihnachtsausstellung Schloss Burgau

Ungelesener Beitrag von carter » Mo 11. Dez 2017, 20:55

hallo liebe pilzfreunde

..es gibt ein belastbares ergebnis
ist es doch wie hier schon vermutet der Büschel-Rasling

ein herzliches danke an unseren gernot für seine hilfe
bild.JPG
bild.JPG (53.36 KiB) 1422 mal betrachtet
Originalwert Bild aufgenommen am/um:
2017:12:11 16:30:00
Bild aufgenommen am/um:
Mo 11. Dez 2017, 15:30

liebe grüße______carter
pilzfänger

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Re: Weihnachtsausstellung Schloss Burgau

Ungelesener Beitrag von Gerd » Mi 13. Dez 2017, 19:42

carter hat geschrieben:
Fr 8. Dez 2017, 17:14
heute war ich wieder vor ort um neue bilder und auch
einen brauchbaren beleg zu finden

download/file.php?id=19307




Hallo Carter,

zuerst einmal herzlichen Dank, dass du deinen Fund auch im „Gruselforum" eingestellt hast.

---> Dies gibt mir die Gelegenheit ein paar Kommentare dazu zu liefern:

(1) Die Art wurde von Gernot zwischenzeitlich geklärt.

(2) Sind dies Fruchtkörper-Bildungsabweichungen?
---> M.E. ja, wenn man die teilweise mehrfach verzweigte Stiele bewertet!

(3) Bei verzweigten Stielen denkt man natürlich erst an „Verwachsungen“ (Pseudofasciation).
--->Die kann man hier jedoch ausschließen, da (a) üblicherweise die Stielbasen miteinander verwachsen sind und (b) absolut keine Furchen im Stiel feststellbar sind!

(4) Was ist dann der Grund für eine derartige Missbildung.
---> Da fällt mir nur Licht ein. Und da kann man zwei sehr unterschiedliche Schadbilder beobachten:

(a) Sehr "schräg" einfallendes Licht (z.B. in Kellerräumen).
Die Stiele wachsen zuerst "schräg" in Richtung Lichtquelle (man nennt dies "positiven Phototropismus"), um sich dann vor der "endgültigen Hutstreckung" aufzurichten, um eine geotrope Ausrichtung der Hüte zu erreichen.

(b) Lichtmangel [1]
- Licht kann viele Prozesse im Leben eines Pilzes beeinflussen, z.B. Primordienbildung, Sporenkeimung, Myzelwachstum, Pigmentsynthese, Basidienbildung etc. Zu einem normalen Wachstum perzipieren die meisten Pilzarten nur den kurzwelligen Anteil ( also Blaulicht(400 bis 520 – 550nm) des sichtbaren Lichts und benötigen dabei eine bestimmte Lichtintensität und Lichtdauer des Lichteinfalls.
- Nur wenige Pilzarten (z.B. Agaricus bisporus = Kultur-Champignon) kommen zur normalen Fruktifikation völlig ohne Licht aus.
- Extremer Lichtmangel kann zu bizarren (z.B. hutlose, sterile, langstielige-, verzweigte oder geweihförmige) Fruchtkörper („Dunkelformen“) führen.

- In dem gezeigten Beispiel ist der "Lichtmangel" noch moderat, so dass noch keine "extreme Dunkelform" gebildet wird!!! Als nicht normal würde ich insbesondere die teilweise mehrfach verzweigten Stiele bewerten.

Grüße Gerd
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Literatur:

[1] Michael - Hennig - Kreisel (1983): Bildungsabweichungen an Fruchtkörpern (Teratologie); Handbuch für Pilzfreunde, Band V, S. 26-62; S. 108-124 (Tafel 1-16)

[2] Gramß, G. (1974): Die Abhängigkeit einiger holzbewohnender Speisepilze von Umweltfaktoren in der generativer Phase; ZfP 40: 127-136
---> http://www.dgfm-ev.de/sites/default/fil ... Gramss.pdf


Grüße Gerd

- Ich mache nur Bestimmungsvorschläge und keine Essensfreigabe.

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