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Re: Weisssporiger UMO

Verfasst: Mo 20. Apr 2009, 18:18
von Ingo W
Hallo Sabine!

Wenn du fleißig weiter Pilze einstellst, sind dieses Jahr mit Sicherheit etliche Funde mit Mehlgeruch dabei, wahrscheinlich im Herbst auch mal der Scheunenstaub-cacharias. Die Gerüche prägen sich dann ein, dann sprechen wir auch noch mal über den Gurkengeruch (bin überzeugt, dass du mir dann recht geben wirst).

VG Ingo W

Re: Weisssporiger UMO

Verfasst: Mo 20. Apr 2009, 21:34
von Rudi
Hallo Jungs und Mädels,

hier ein paar weißblättrige Schwammerl von gestern- cognakblättrig werden sie erst im reifen Alter...

LG Rudi

Re: Weisssporiger UMO

Verfasst: Fr 24. Apr 2009, 00:17
von Mollisia
Hallo,

wollte mal anmerken, dass der Frühlings-Weichritterling kein rein weißes Sporenpulver hat. ich habe es schon mehrfach in meinen Kursen getestet: satt cremefarben. Im dünnen Abwurf mag es vielleicht fast weiß erscheinen, aber zumindest wenn man es etwas zusammenschiebt wird es klar cremegelb. Nach der Täublingsskala würde ich sagen etwa IIc-d oder gar IIIa.

beste Grüße,
Andreas

Re: Weisssporiger UMO

Verfasst: Fr 24. Apr 2009, 03:58
von Gerd †
Mollisia hat geschrieben: wollte mal anmerken, dass der Frühlings-Weichritterling kein rein weißes Sporenpulver hat. ich habe es schon mehrfach in meinen Kursen getestet: satt cremefarben. Im dünnen Abwurf mag es vielleicht fast weiß erscheinen, aber zumindest wenn man es etwas zusammenschiebt wird es klar cremegelb. Nach der Täublingsskala würde ich sagen etwa IIc-d oder gar IIIa.
Andreas
Tja, das überrascht mich nicht:

- Denn [1] gibt als Sporenpulverfarbe für Melanoleuca "weiß bis gelblich" an.

- Und [2] (da werden zwei Var. von M. cognata unterschieden) "weiß" bzw. "cremefarben".

@ Sabine:
- Nimm's gelassen: Da werden mehrere ss. Autoren zitiert und der mit var. typica bezeichneten "nicht alpinen Art" cremefarbene Sporenpulverfarbe zugeordnet.
---> Sorry, ich bin jetzt (tendiere eh zum Lumpen) zu faul, in meiner Literatur zu recherchieren, wo man var. typica einordnen sollte.

Literatur:
[1] A. Bresinsky , H. Besl (2003): Regenburger Mykologische Schriften Band 11
[2] J. Breuitenbach/F. Kränzlin (1991): Pilze der Schweiz Band 3

Beste Grüße
Gerd

@ Nochmals an Sabine:

- Andreas hat m.E. nur einen Hinweis auf die "Sporenstaubfarbe" gebracht.
- Ich gehe davon aus, dass er M. cognata (wenigstens auf Artrang, auch wenn das derzeit evtl. noch eine Sammelart ist) auch akzeptiert.

- Und nochmals nur zur Erinnerung:
Gerd hat geschrieben: Aber für einen Sporenabwurf sollte man nie "schwarzes Papier" sondern (auch bei Weißsporern!) immer "weißes Papier" benutzen, denn nur so kann man beurteilen, ob die "Sporenschicht" reinweiß oder doch (wie fast immer) eine schwache Färbung aufweist

Re: Weisssporiger UMO

Verfasst: Sa 25. Apr 2009, 08:29
von mykologicus
Hallo und guten Morgen,
dann gebe ich jetzt nochmal die Fotografie vom Sporenabwurf mit, der sieht wirklich weiss aus. Der Untergrund war nicht eben, das Sporenpulver hätte man darauf nicht zusammenschieben können. Für mich sieht's reinweiss aus. Aber das Bild ist jetzt nur noch der Vollständigkeit halber. Es wurde ja schon ausführlich diskutiert.
Liebe Grüße Sabine

Re: Weisssporiger UMO

Verfasst: Mi 29. Apr 2009, 01:58
von Gerd †
Hallo Sabine,
mykologicus hat geschrieben: dann gebe ich jetzt nochmal die Fotografie vom Sporenabwurf mit, der sieht wirklich weiss aus. Der Untergrund war nicht eben, das Sporenpulver hätte man darauf nicht zusammenschieben können. Für mich sieht's reinweiss aus. Aber das Bild ist jetzt nur noch der Vollständigkeit halber. Es wurde ja schon ausführlich diskutiert.
- Herzlichen Dank für dieses Bild.

Tja, auf meinem Monitor sieht die Sporenpulverfarbe "ziemlich weiß" aus und wird m.E. (auch wenn du die zusammenschieben würdest) keinesfalls die von AndreasG beobachtete "satt cremefarben" werden.

---> Dazu ist, so bewerte ich das, wenigstens stellenweise die "Sporenschicht" bereits dick genug und wird sich auch durch zusammenschieben nicht mehr in Richtung "cremefarben" verändern.
---> Doch das ist m.E. kein Widerspruch zu der Beobachtung von Andreas (vergleiche die von mir zitierten var. in "Pilze der Schweiz"

Ich habe oben bewußt "ziemlich weiß" gesagt, denn wenn ich die Fraben deines Bildes mit "Picture Publisher" analysiere, dann ist der Sporenstaub nicht "reinweiß":
M-cognata_Sabine.jpg
M-cognata_Sabine.jpg (98.77 KiB) 5195 mal betrachtet
- "Rein schwarz" (Cyan,Magenta,Yellow = 255,255,255) ist die oben links "rot" markierte Fläche
- "Rein weiß" (C,M,Y = 0,0,0) habe ich in des "blau" markierten Flächen eingeblendet.
---> Und da siehst du sofort, dass das Sporenpulver nicht rein weiß ist, sondern einen leichten "Cyanstich" hat; zb. C,M,Y = 19,15,11; 23,18,15; 17,13,10; 21,17,14 und die Y-Sättigung sogar etwas schwächer ausfällt.

- Da stellt sich die Frage, ob die Unterlage durchscheint und dadurch das Ergebnis verfälscht wird?
---> Dies würde ich verneinen: Die "dunklen, quadratischen Stellen" zeigen eine recht einheitliche, nicht "pechschwarze" Farben; z.B. C,M,Y = 228,229,229; 232, 232, 234. Und die "helleren Stellen" sind auch recht einheitlich grau; z.B. 166, 169, 172; 120,122,124.
---> Wenn überhaupt, dann ist höchstens der C-Anteil geringfügig niedriger und der Y-Anteil geringfügig höher.

- Bleibt noch die Frage zu klären: Stimmt der "Weißausgleich" auf dem Foto oder ist der "Weißausgleich" auf meinem Monitor nicht korrekt??
---> Das kann ich nicht sicher beantworten, da eine mit Sicherheit "reinweiße" Fläche auf dem Bild fehlt. Aber immerhin gibt es eine "reinschwarze" Stelle, die ich nicht als total unterbelichtet bewerte und die keinen Hinweis auf die Bevorzugung von C,M oder Y bietet.
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- Noch eine Zusatzbemerkung zu den C,M,Y-Farbe für Besitzer von "Pilze der Schweiz".
---> Dort wird in Band 4 und 6 die prozentuale C,M,Y-Sättigung mit "Schwarzanteil = 0" (wie bei mir auch) angegeben.
---> Die Umrechnung ist einfach und trivial, wenn man berücksichtigt, dass bei meiner Notation 255 = 100% ist.
---> Man sollte ferner beachten, dass die Sporenstaub-Farbe am "frischen Abwurf" (trockene Abwurfpräparate können erheblich abweichen) zu bewerten ist und eine etwa 10% Abweichung normal (in der Streubreite liegend) ist.
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Bleibt noch die Abschlussfrage, wie ich deinen Fund kartieren würde?

- Gar nichts, da die "Online-Kartierung" neben M. cognata noch 3 Varietäten anbietet, die ich auf die Schnelle ohne intensive Literaturrecherche (und da müßte ich sehr sorgfältig und sehr zeitaufwendig die Autorenzitate bewerten) nicht beurteilen kann.

Liebe Grüße von einem "bekennendem Lumper".
Gerd

PS.:
- Noch ein Zusatz: Ich würde deinen Fund als "M. cognata vermutlich mit Zusatz aggr." ablegen, da ich nicht ausschließen kann, dass sich da in Zukunft "auch für mich nachvollziehbar" mehrere Kleinarten unterscheiden lassen.

- Und noch ein Hinweis:

(1) Für einen Sporenabwurf sollte man keine so unebene Unterlage benutzen.
---> Das zusammenschieben von Sporen hat AndreasG bereits erwähnt
---> Und ich bringe noch ein weiteres Argument: Der Sporenabwurf zeigt ein "Negativbild" des Lamellenabstands und kann auch ohne Erfahrung besser beurteilt werden als die Beurteilung der Lamellen.

(2) Und ich hoffe auch, dass ich dich mit diesem Beitrag davon überzeugen konnte, dass man die Sporenpulverfarbe (nicht nur bei Hellsporern!!!) auf "reinweißem" Hintergrund bewerten sollte.
---> Den nur dann kann man abschätzen/überprüfen, ob der Weißausgleich stimmt.

Re: Weisssporiger UMO

Verfasst: Mi 29. Apr 2009, 13:22
von mykologicus
Lieber Gerd,
2) Und ich hoffe auch, dass ich dich mit diesem Beitrag davon überzeugen konnte, dass man die Sporenpulverfarbe (nicht nur bei Hellsporern!!!) auf "reinweißem" Hintergrund bewerten sollte.
Du hast mich zweifelsfrei restlos davon überzeugt, dass ein weißer Untergrund auch bei Weißsporeren zu benutzen ist. So wie du es darstellst, habe ich es noch nie betrachtet, die eingeblendeten reinweißen Flächen stellen dies auch bildlich ausgezeichnet dar.
(1) Für einen Sporenabwurf sollte man keine so unebene Unterlage benutzen.
Du hast völlig recht. Ich war ja ohnehin von weißen Sporen ausgegangen und zu dem Zeitpunkt noch davon ausgegangen, dass für einen Hellsporer eine dunkle/schwarze Unterlage geeigneter ist. Ich hatte aber keine. Die schwarze Objektivhülle aus Kunststoff war das wörtlich naheliegendste, die Hülle lag einfach auf dem Tisch. War mir auch klar, dass das keine ordentliche Unterlage ist.

Die von dir mit rot gekennzeichnete reinschwarze Fläche links oben am Bildrand ist ganz simpel entstanden: ich habe das Foto für einen Ausschnitt gedreht; dabei hinterlegt das Grafikprogramm über den Fotorand hinausgehende Flächen automatisch mit reinschwarz.

Und was den Weißabgleich der Kamera angeht: ich habe für das Bild keinen gemacht. Bei geblitzten Aufnahmen ist meine Kamera einfach heldenhaft und reproduziert die Farben sehr farb- und naturgetreu.

Bleibt für mich nur noch zu erwähnen, dass ich Grundlegendes dazu gelernt habe. Herzlichen Dank für deine "Unterrichtseinheiten"!

Liebe Grüße Sabine

Re: Weisssporiger UMO

Verfasst: Do 30. Apr 2009, 01:11
von Mollisia
Hallo nochmal,

also diese Sache mit dem Sporenpulver ist aber doch interessant genug, dass man sie mal weiterverfolgen sollte. Den Abwurf den Du da zeigst, den würde ich auch als weiß einschätzen. Auch wenn man schwarzen und löchrigen Hintergrund mitberücksichtigt. Vielleicht nicht 100% rein weiß, aber dem doch sehr nahe. Mein Abwurf war schon ohne ihn zusammengekratzt zu haben deutlich cremefarben auf weißem Papier. Zusammengekrstzt auf einem Objektträger dann deutlich cremeocker. In meinem "Handbuch" schreibe ich glaube ich "ockergelb". In der Tat kenne ich das Sporenpulver so. Allzuoft habe ich aber auch noch nicht Abwürfe angefertigt, wer weiß, vielleicht ist die Variationsbreite wirklich so groß. Kann ich mir aber ehrlich gesagt kaum vorstellen, denn das wäre dann wohl die erste Blätterpilzart mit einem derartigen Farbspektrum des ansonsten doch sehr konstanten Sporepulver.

beste Grüße,
Andreas

Re: Weisssporiger UMO

Verfasst: Do 30. Apr 2009, 17:22
von mykologicus
Hallo Andreas,
also diese Sache mit dem Sporenpulver ist aber doch interessant genug, dass man sie mal weiterverfolgen sollte.
Ist sicher als Aufforderung an etwaige Finder dieses Pilzes gerichtet, oder? Zu "meinem" Fundort komme ich kurzfristig nicht mehr hin.

Liebe Grüße Sabine

Re: Weisssporiger UMO

Verfasst: So 18. Okt 2009, 20:02
von Gerd †
Hallo Andreas,
Mollisia hat geschrieben: also diese Sache mit dem Sporenpulver ist aber doch interessant genug, dass man sie mal weiterverfolgen sollte. Den Abwurf den Du da zeigst, den würde ich auch als weiß einschätzen. Auch wenn man schwarzen und löchrigen Hintergrund mitberücksichtigt. Vielleicht nicht 100% rein weiß, aber dem doch sehr nahe. Mein Abwurf war schon ohne ihn zusammengekratzt zu haben deutlich cremefarben auf weißem Papier. Zusammengekrstzt auf einem Objektträger dann deutlich cremeocker. In meinem "Handbuch" schreibe ich glaube ich "ockergelb". In der Tat kenne ich das Sporenpulver so. Allzuoft habe ich aber auch noch nicht Abwürfe angefertigt, wer weiß, vielleicht ist die Variationsbreite wirklich so groß. Kann ich mir aber ehrlich gesagt kaum vorstellen, denn das wäre dann wohl die erste Blätterpilzart mit einem derartigen Farbspektrum des ansonsten doch sehr konstanten Sporepulver.
- Ich bewerte das genau so wie du:

(1) Die Sache mit dem Sporenpulver sollte man weiter verfolgen.
(2) Das Sporenpulver der Blätterpilzarten ist sehr konstant und dürfte nur eine etwa 10-%igeAbweichung haben.

---> Ich würde mich deshalb nicht wundern und sogar als "Lumper" akzeptieren, wenn M. cognata (aggr.) auf Artrang gesplittet wird.

Beste Grüße
Gerd