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Notizen zum "Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Verfasst: So 30. Nov 2008, 23:18
von Gerd †
Hallo zusammen,

nachfolgend ein Beitrag für Speisepilzsammler, die im ?Speisepilz?-armen Winter unverdrossen weiterhin Speisepilze suchen. Und ich konzentriere mich hier nur auf den ?Austern-Seitling (Pleurotus ostreatus):

- Die Pilzfreunde, die bereits einen (oder mehrere) Standorte kennen, können diesen Beitrag ignorieren, da der Austern-Seitling nach meiner Beobachtung jahrelang an diesem Standort fruktifiziert.

- Deshalb widme ich diesen Beitrag den Pilzfreunden, die erstmalig entdeckt haben, dass man auch im Winter Speisepilze finden kann. Und ich konzentriere mich dabei ausschließlich auf den "Austern-Seitling" (Pleurotus ostreatus), den man übrigens auch im "Supermarkt" als Zuchtpilz kaufen kann.
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- Ich mache es mir einfach und zitiere (1) und kommentiere diese Aussagen aus meiner Beobachtung einer Pilzart, die im "Ulmer Raum" keineswegs als Massenpilz bezeichnet werden kann:
(1) hat geschrieben: Physiologie: Die Art ist hochgradig kälteresistent, Ihr Lichtbedarf ist jedoch während der Fruktifikation sehr hoch. Bei schwach unteroptimalem Lichtangebot werden nur kleine Hüte gebildet, bei stärkerem Lichtmangel setzt überhaupt keine Hutbildung ein.

- Genau das ist m.E. der "Knackpunkt", wenn man neue Standorte des Austern-Seitlings sucht.
---> Darauf komme ich nachfolgend noch zurück.
(1) hat geschrieben: Ökologie: Luft- und bodenfrische Buchen- und Buchen-Fichten-Tannenwälder (in erster Linie in Galio odorati-Fageten), auch in Schatthangwäldern, Eschen-Erlen-, Feldulmen- und Silberweiden-Auen-, Erlen-Bruchwäldern, seltener in (bodenfeuchten) Hainbuchen-Eichenwäldern; auch an Wald- und Waldwegrändern, in Parkanlagen, Friedhöfen, Gärten, entlang von Straßen, Flüssen und Kanälen.
- Die angegebenen Waldtypen (versteht eh kaum einer, :? ich auch nur teilweise) kann man m.E. vergessen.
---> Was man allerdings beachtet sollte ist das hohe Lichtbedürfnis des Austern-Seitlings:

- Und das kann ich bestätigen, obwohl ich im Ulmer Raum den Austern-Seitling nicht unbedingt als "Massenpilz" bezeichnen würde. Meine bisherigen Funde fand ich bisher immer nur am Waldrand, an Waldwegen oder an einzelstehenden Bäumen; also genau dort, wo ein höherer Lichtanteil verfügbar ist.
(1) hat geschrieben:
Substrate: Laub- und Nadelwälder, vorzugsweise an Rotbuche, in jeweils weitem Abstand gefolgt von Weide und Pappel: nicht selten auch an Fichte.
Ich liste einmal die von (1) notierten Funde für Baden-Württemberg:
(1) hat geschrieben: Acer (4),
Alnus (7),
Carpinus betulus (3),
Fagus sylvatica (74),
Fraxinus excelsior (5),
Juglans regia (7),
Laburnum spec. (1),
Malus spec, (1),
Populus (16),
Prumis avium (1),
Quercus (8)
Robinia pseudoacacia (1),
Salix (27),
Sambucus (2),
Sorbus aucuparia (1),
Tilia spee. (3),
indet. Laubbaum (16)
Abies alba (6),
Picea abies (11),
indet Nadelbaum (2)
- Die Angaben sind keineswegs vollständig. Denn seit mehr als 10 Jahren beobachte ich einen Fund an einer "Blasenesche" (den wissenschaftlichen Namen müsste ich auf meiner HD suchen) bei Bekannten in Konstanz. Die Fruchtkörper fruktifizieren regelmäßig im Dezember und sind meist um "Weihnachten/Silvester" bereits überaltet.
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Zum Abschluss zitiere ich nochmals (1):
(1) hat geschrieben: Saprobiont und oft zuvor schon Schwächeparasit an stehenden und liegenden alten Stämmen sowie dickeren Ästen, oft mehrere Meter hoch am Stamm. Kälte ertragend. Das zersetzte Holz riecht auffallend nach Vanille.
- Tja, das der Austern-Seitling nicht "wurzelbürtig" (an der Stammbasis oder im Wuirzelbereich) fruktifiziert kann ich bei meinen bisherigen Funden bestätigen.

Grüße
Gerd

Literatur:

(1) G.J. Krieglsteiner (Hrsg.) (2001): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 3; Ulmer Verlag

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Nachtrag:

- Habe keine Ahnung, warum die mit "quote" eingerahmten (1)-Zitate nicht entsprechend dargestellt werden.
---> Evtl. kann HARRY meinen Fehler (!?) korrigieren.

- 13.06.2009; 13:55Uhr:
Habe die Formatierung korrigiert

Re: Notizen zum "Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Verfasst: Di 2. Dez 2008, 22:40
von Harry
Hallo Gerd,

was hälst du von der farblichen Markierung der zitierten Texte?

Gruß
Harry

Re: Notizen zum "Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Verfasst: Di 2. Dez 2008, 23:02
von Rita
Hallo Gerd,

ein hervorragender Artikel über den Austernseitling, wobei du gerade für den Speisepilzsammler wesentliche Merkmale zusammengefaßt hast, die zum besseren Auffinden dieser Pilzart führen kann.

Nachdem Harry die wichtigen Passagen farbig markiert hat ist das Ganze noch übersichtlicher.
Du kannst ruhig mit anderen Pilzen so weitermachen!

LG
Rita

Re: Re: Notizen zum "Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Verfasst: Mi 3. Dez 2008, 23:38
von Gerd †
Hallo Harry,

[quote=Harry,02.12.2008, 22:40]
was hälst du von der farblichen Markierung der zitierten Texte?
[/quote]

- Herzlichen Dank, finde ich sehr gut :freu:

Grüße
Gerd

Re: Re: Notizen zum "Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Verfasst: Mi 3. Dez 2008, 23:46
von Gerd †
Hallo Rita,

[quote=Rita,02.12.2008, 23:02]
..., wobei du gerade für den Speisepilzsammler wesentliche Merkmale zusammengefaßt hast, die zum besseren Auffinden dieser Pilzart führen kann.
[/quote]


- Ich betone "besseren Auffinden dieser Pilzart führen kann. Dies aber nur wenn man "Lichtbedarf" nicht mit "sonnig" verwechselt.

---> Doch dazu bringe ich noch einen Folgebeitrag.

Grüße
Gerd

PS.: So nebenbei.

- Ich bin der falsche Ansprechpartner für Tipps zu "Speisepilz-Standorten":

(1) Esse kaum Pilze (bin bekennender :biggt: "Fleisch-Wurst-Fresser")

(2) Kaufe meine wenigen Speisepilze, die ich verzehre "meist im Supermarkt"

---> Kein Wunder, dass bei mir immer noch "getrocknete Pilze " vom Vorjahr (auch Lieblingsarten!) im Keller rumliegen, die ich "Weihnachten steht vor der Tür" demnächst über "Küchenmykologen" entsorgen werde.

Re: Re: Notizen zum "Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Verfasst: Do 4. Dez 2008, 01:45
von Gerd †
Hallo zusammen,

auf meinen hier eingestellten Beitrag habe ich im "Pilzforum.eu", in dem einige Mitglieder derzeit entschlossen Austern-Seitlinge suchen, hingewiesen.

- Und prompt kam eine "bemerkenswerte Beobachtung"

---> http://www.pilzforum.eu/board/gelbstiel ... l#pid20603 ,

auf die ich dann im Folgebeitrag mit "Lichtbedürfnis sollte man nicht mit sonnig verwechseln" geantwortet habe.
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- Ob meine Einschätzuing stimmt, kann ich mangels bisheriger "Fundorte" nicht statistisch belegen. Aber ich gehe ich davon aus, dass die "Pilzzüchter" einen Standort vorschlagen, an dem "Licht-, Luft- und Feuchtebedarf" optimiert sind.

- Meine Schlussfolgerung ist klar:

---> Eine starke "Sonnenbestrahlung" scheint "suboptimal" und dunkle Kellerräume bei "Eigenzucht" ziemlich ungeeignet zu sein.

---> Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Austern-Seitlinge in der freien Natur anders verhalten.

Grüße
Gerd

PS.:

- Mich würde interessieren, wo ihr Austern-Seitlinge bevorzugt findet:

(1) Baumarten

(2) Exposition (Himmelsrichtung) und Standort (Waldrand/-weg, mitten im Wald odert bei einzelstehenden Bäumen außerhalb des Waldes)

(3) Wurzelbürtig oder etwas höher am Stamm

(4) An liegenden Stämmen, die dann evtl. bereit vor dem Fällen infiziert wurden!