Weisssporiger UMO
Verfasst: Mi 15. Apr 2009, 14:06
Liebe Pilzfreunde,
mit dem Fund, den ich euch vorstellen möchte, komme ich einfach nicht weiter. Mehrere Versuche mit dem Bestimmungsschlüssel im BON kamen zwar immer wieder bei den Ritterlingen an, und mit dem Ritterlingsschlüssel komme ich nur in Sackgassen. Ich hoffe daher auf eure Hilfe.
Funddatum: Ostersamstag 2009 in der Nähe eines feuchten Naturschutzgebietes (Oberalster), in der Streuschicht des gegenüber liegenden Knicks.
Habitus/Wachstum: große Fruchtkörper von 10 - 12 cm Hutdurchmesser, Stiel etwas kürzer. Wachstum: gesellig in eng beieinander stehenden Gruppen.
siehe Bild 1
Sporenfarbe: weiß. Dort wo Hüte überlappen, sind darunter liegende eindeutig weiß "gepudert", eine separate Sporenprobe auf schwarzem Untergrund brachte über Nacht ergiebige Mengen reinweißen Sporenpulvers.
siehe Bild 2
Hutoberseite: 10 - 12 cm im Durchmesser, Hutrand deutlich eingerollt, aber nicht so stark wie bei Kremplingen. Hut nicht gebuckelt und nicht eingedrückt. Huthaut glatt, auch angefeuchtet nicht schmierig. Die Farbe der Hüte war durchgängig bei allen Exemplaren in zwei Zonen aufgeteilt: in der Mitte dunkelbraun bis fast schwarz und in Richtung Rand etwas heller werdend mit grauem Einschlag. Von der zweiten Zone zackig-wellig abgegrenzt, wie ein Wasserrand. Äußere Zone zum Hutrand rotbraun werdend. Alle Hüte hatten helle, unregelmäßige Flecken, wie sie bei Schneckenfraß entstehen, aber im Gegensatz dazu lag das Fruchtfleisch nicht bloß, sondern die Huthaut war hier vorhanden.
siehe Bilder 1 und 2
Stiel: sehr stark faserig, innen entfernt stehende Fasern, so dass der Stiel fast hohl war. Stiel besetzt mit längsschuppigen dunkleren Fasern über hellerem Grund. Stielschuppen leicht abreibbar und dann dunkelnd. Hat mich irgendwie entfernt an die Stiel von Rotkappen erinnert, nur dass dort die Fasern viel kürzer sind. Der Stiel des mitgenommenen Exemplars war oval und in fast ganzer Länge gleich breit/dick. Nur am untersten Ende wieder etwas verjüngt. Basismyzel weiß.
siehe Bild 3
Lamellen: Lamellen sehr dicht stehend mit Zwischenlamellen. Am Hutrand teilweise verbogen. Mit deutlicher Tendenz zum Zerbrechen, aber nicht so brüchig wie bei den Wachsblättlern. Lamellenfarbe orange-bräunlich, heller als der Hut. Lamellenschneiden deutlich dunkler. Lamellenschicht leicht vom Fleisch lösbar. Keine Verfärbung auf Druck.
siehe Bilder 4 und 5
Lamellenübergang in den Stiel: ausgebuchtet am Stiel angewachsen, was ich für den typischen "Ritterlingsgraben" halte. Stiel und Hut nicht leicht von einander trennbar.
siehe Bild 6
Schnittbild: Stiel im Schnitt etwas dunkler als das Hutfleisch, leicht braun-rötend. Angeschnittene Hutfleischfasern ebenfalls orangerötlich verfärbend. An der Stielbasis wieder deutlich heller.
siehe Bild 7
Schnittbild nach 1 Tag: Stielfasern und Hutfleisch deutlich bräunend. Lamellen von außen her dunkelnd.
siehe Bild 8
Geruch: spontan nach dem Schnitt intensiv würzig-pilzig, jedoch schon nach wenigen Sekunden widerlich. Die Angaben in Büchern "riecht mehlig" finde ich immer problematisch, Mehl riecht für mich nämlich nach überhaupt gar nichts. Ich könnte auch nicht sagen, dass er seifig (Seifen-Ritterling) riecht, Seifengeruch finde ich angenehm. Ein Geruch, den ich noch ekliger finde als den von der Nebelkappe.
Geschmack: nein, den probiere ich eigentlich nie, obwohl er zur Bestimmung herangezogen wird. Außerdem hatte der mitgenommene Fruchtkörper schon einige Mitesser. Leider bin ich nicht eher dazu gekommen, ihn hier vorzustellen, ich mußte ihn nun gestern Abend entsorgen, da einige Maden schon den Teller verlassen hatten.
Egal welchen Weg ich im BON genommen habe, irgendetwas hat hinterher immer nicht gepaßt... Wer kennt den Kandidaten?
Danke im Voraus!
Liebe Grüße Sabine
mit dem Fund, den ich euch vorstellen möchte, komme ich einfach nicht weiter. Mehrere Versuche mit dem Bestimmungsschlüssel im BON kamen zwar immer wieder bei den Ritterlingen an, und mit dem Ritterlingsschlüssel komme ich nur in Sackgassen. Ich hoffe daher auf eure Hilfe.
Funddatum: Ostersamstag 2009 in der Nähe eines feuchten Naturschutzgebietes (Oberalster), in der Streuschicht des gegenüber liegenden Knicks.
Habitus/Wachstum: große Fruchtkörper von 10 - 12 cm Hutdurchmesser, Stiel etwas kürzer. Wachstum: gesellig in eng beieinander stehenden Gruppen.
siehe Bild 1
Sporenfarbe: weiß. Dort wo Hüte überlappen, sind darunter liegende eindeutig weiß "gepudert", eine separate Sporenprobe auf schwarzem Untergrund brachte über Nacht ergiebige Mengen reinweißen Sporenpulvers.
siehe Bild 2
Hutoberseite: 10 - 12 cm im Durchmesser, Hutrand deutlich eingerollt, aber nicht so stark wie bei Kremplingen. Hut nicht gebuckelt und nicht eingedrückt. Huthaut glatt, auch angefeuchtet nicht schmierig. Die Farbe der Hüte war durchgängig bei allen Exemplaren in zwei Zonen aufgeteilt: in der Mitte dunkelbraun bis fast schwarz und in Richtung Rand etwas heller werdend mit grauem Einschlag. Von der zweiten Zone zackig-wellig abgegrenzt, wie ein Wasserrand. Äußere Zone zum Hutrand rotbraun werdend. Alle Hüte hatten helle, unregelmäßige Flecken, wie sie bei Schneckenfraß entstehen, aber im Gegensatz dazu lag das Fruchtfleisch nicht bloß, sondern die Huthaut war hier vorhanden.
siehe Bilder 1 und 2
Stiel: sehr stark faserig, innen entfernt stehende Fasern, so dass der Stiel fast hohl war. Stiel besetzt mit längsschuppigen dunkleren Fasern über hellerem Grund. Stielschuppen leicht abreibbar und dann dunkelnd. Hat mich irgendwie entfernt an die Stiel von Rotkappen erinnert, nur dass dort die Fasern viel kürzer sind. Der Stiel des mitgenommenen Exemplars war oval und in fast ganzer Länge gleich breit/dick. Nur am untersten Ende wieder etwas verjüngt. Basismyzel weiß.
siehe Bild 3
Lamellen: Lamellen sehr dicht stehend mit Zwischenlamellen. Am Hutrand teilweise verbogen. Mit deutlicher Tendenz zum Zerbrechen, aber nicht so brüchig wie bei den Wachsblättlern. Lamellenfarbe orange-bräunlich, heller als der Hut. Lamellenschneiden deutlich dunkler. Lamellenschicht leicht vom Fleisch lösbar. Keine Verfärbung auf Druck.
siehe Bilder 4 und 5
Lamellenübergang in den Stiel: ausgebuchtet am Stiel angewachsen, was ich für den typischen "Ritterlingsgraben" halte. Stiel und Hut nicht leicht von einander trennbar.
siehe Bild 6
Schnittbild: Stiel im Schnitt etwas dunkler als das Hutfleisch, leicht braun-rötend. Angeschnittene Hutfleischfasern ebenfalls orangerötlich verfärbend. An der Stielbasis wieder deutlich heller.
siehe Bild 7
Schnittbild nach 1 Tag: Stielfasern und Hutfleisch deutlich bräunend. Lamellen von außen her dunkelnd.
siehe Bild 8
Geruch: spontan nach dem Schnitt intensiv würzig-pilzig, jedoch schon nach wenigen Sekunden widerlich. Die Angaben in Büchern "riecht mehlig" finde ich immer problematisch, Mehl riecht für mich nämlich nach überhaupt gar nichts. Ich könnte auch nicht sagen, dass er seifig (Seifen-Ritterling) riecht, Seifengeruch finde ich angenehm. Ein Geruch, den ich noch ekliger finde als den von der Nebelkappe.
Geschmack: nein, den probiere ich eigentlich nie, obwohl er zur Bestimmung herangezogen wird. Außerdem hatte der mitgenommene Fruchtkörper schon einige Mitesser. Leider bin ich nicht eher dazu gekommen, ihn hier vorzustellen, ich mußte ihn nun gestern Abend entsorgen, da einige Maden schon den Teller verlassen hatten.
Egal welchen Weg ich im BON genommen habe, irgendetwas hat hinterher immer nicht gepaßt... Wer kennt den Kandidaten?
Danke im Voraus!
Liebe Grüße Sabine