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Clathrus archeri Tintenfischpilllz

Verfasst: Sa 26. Sep 2009, 18:48
von kurtjegle
Hallo zusammen

Zur Zeit zeigt sich dieser Pilz wieder. Ich wusste schon mal, was es ist, habe es aber wieder vergessen, weil die Fotos samt Name bei einem C-Plattenunfall verloren gingen. In meinem schlauen Buch ist er nicht aufgeführt. Soll mit Schafwolle von Australien eingeschleppt worden sein. Wie heisst er? Stimmt die Schafwollgeschichte?

Gruss
Kurt

P.S.
Ich musste die Qualität heruntersetzen, da die Datei angeblich zu gross war.

Re: Seestern

Verfasst: Sa 26. Sep 2009, 20:36
von Julia
Hi!

Das ist der Tintenfischpilz (Clathrus archeri).

lg Jule

Re: Seestern

Verfasst: So 27. Sep 2009, 13:44
von kurtjegle
Danke Julia

Das ist er natürlich.
Kann mir jemand erklären, was es mit diesen roten Tentakeln und dem schwarzen "Ausfluss" auf sich hat? Ist ja nicht so üblich bei den Pilzen.

Gruss
Kurt

Re: Seestern

Verfasst: Mo 28. Sep 2009, 01:32
von Gerd †
Hallo Kurt,
kurtjegle hat geschrieben:In meinem schlauen Buch ist er nicht aufgeführt. Soll mit Schafwolle von Australien eingeschleppt worden sein. Wie heisst er? Stimmt die Schafwollgeschichte?
- Diese sehr auffällige, stinkende und leicht bestimmbare Pilzart wurde bereits von Julia korrekt bestimmt.

Ich biete dir deshalb nur ein paar Zusatzinfos und beantworte dir deine "Schafwollgeschichte:

- Tintenfischpilz (Clathrus archeri (Berkeley 1860) Dring 1980); "Anthurus archeri Berk. E. Fischer", dieser in älterer Literatur angegebene Name ist ein Synonym.

- Die Art gehört zu den Bauchpilzen, wächst wie
die Stinkmorchel aus einem "Hexenei" heraus und ist mit seinen auffälligen "roten" Tentakeln nicht zu verwechseln. Das "Hexenei" ist deutlich kleiner als das der Stinkmorchel und wenn man es durchschneidet (*), sieht man bereits die noch nicht ausgewachsenen roten "Arme" im Inneren.
(*) Ich empfehle dazu einen "Querschnitt durch das Hexenei", da du dann immer auch "Tentakeln" durchschneidest, die du bei einem "Längsschnitt" nicht immer voll erwischen musst.

- In dem dunklen, olivlichen "fleckigen und nach Aas riechendem Belag" (Gleba genannt) auf den Armen sind die Sporen eingebettet. Durch den Geruch werden Fliegen angelockt, die die Gleba fressen und die Sporen unverdaut wieder ausscheiden und so zur Verbreitung der Sporen beitragen.

- Diese wärmeliebende Art wurde "vermutlich über Schafwolle" aus Australien oder Neuseeland nach Europa eingeschleppt und wurde 1914 erstmals im Elsass gesichtet. Sie hat sich seither weiterverbreitet (verstärkt Richtung Ost, Südost) und hat die angrenzenden Länder z.B CH, A, PL, YU, CS etc. erreicht.

Grüße
Gerd