Stielbovist
Verfasst: Do 8. Okt 2009, 16:43
Liebe Pilzfreunde,
vor vielen Jahren fand ich in Alm mal einen Bovist, der auf einem Stielchen saß. Nie wieder habe ich sowas gesehen, aber immer gehofft derartiges wieder zu entdecken. Dieses Jahr wurde mein Wunsch erfüllt: Er wuchs am Waldhangrand im Fichtennadelwald, einige Lärchen stehen dort ebenfalls, ganz wenige Laubgehölze, und alles am Fuße der Kalkalpen (Steinernes Meer, Salzburger Land), also mit einem gewissen Kalkgehalt im Untergrund. Gesamthöhe ca. 2 - 2,5 cm, wenn man die Größe der Fichtennadeln auf dem Boden für den Größenvergleich heranzieht, sieht man, dass das Pilzchen ziemlich klein ist. Offensichtlich schon ein älteres Modell, denn es hatte bereits kräftig dunkelbraun ausgesport.
So sehr viele verschiedene Arten von Stielbovisten gibt es wohl nicht, im GERHARDT für Unterwegs sind 2 Arten geführt, bei LAUX ist nur 1 Art geführt; in der Datenbank von fungiworld/pilzbestimmung sind zwar insgesamt 30 Arten gelistet, jedoch nur 3 mit Abbildungen. Also ist die Qual der Auswahl einigermaßen begrenzt. Ich halte dies für den Gewimperten Stielbovist Tulostoma fimbriatum, der in Deutschland mit RL3 klassifiziert ist. Nach Buchbeschreibung soll die Staubkugel weißlich-grau sein, dafür ist mein Exemplar wohl schon ein bißchen alt und bis zu 1 cm im Durchmesser. Die Mündung der Sporenöffnung soll ausgefranst sein, trifft zu.: Was nicht 100%ig passt:
a) ist die Größenangabe zum rotbraunen Stiel: dieser soll 3 - 8 cm sein, Basis knollig. Knollig ist die Basis, wenn man genau hinsieht, aber nicht so lang, und auch nicht rotbraun.
b) die Sporenkugel soll stets im unteren Drittel mit Sandresten bedeckt sein, das kann ich hier nicht sehen.
Als Verwechselungssart mit ähnlichen Standorten nennt GERHARDT den Winzigen Bovist Bovista pusilla: außen fein kleiig, jung weißlich und auf Druck gilbend (nicht prüfbar). Mit winzigem Stielchen. Kommt jedoch außerhalb des Waldes vor.
Es gab überhaupt nur dieses eine Exemplar, und ich bin dort fast täglich herumgestapft. Absolut sicher bin ich mit der Bestimmung nicht, aber es fällt mir auch nichts besseres ein. Vielleicht jemand anderem?
Anmerkung: dies ist ein bewußt vorgenommenes Doppelposting, den gleichen Artikel habe ich an anderer Stelle gebracht, aber mir ist die Meinung von bestimmten Pilzkennern einfach sehr wichtig.
Ich bin gespannt auf Eure Meinung und grüße Euch herzlich
Sabine
vor vielen Jahren fand ich in Alm mal einen Bovist, der auf einem Stielchen saß. Nie wieder habe ich sowas gesehen, aber immer gehofft derartiges wieder zu entdecken. Dieses Jahr wurde mein Wunsch erfüllt: Er wuchs am Waldhangrand im Fichtennadelwald, einige Lärchen stehen dort ebenfalls, ganz wenige Laubgehölze, und alles am Fuße der Kalkalpen (Steinernes Meer, Salzburger Land), also mit einem gewissen Kalkgehalt im Untergrund. Gesamthöhe ca. 2 - 2,5 cm, wenn man die Größe der Fichtennadeln auf dem Boden für den Größenvergleich heranzieht, sieht man, dass das Pilzchen ziemlich klein ist. Offensichtlich schon ein älteres Modell, denn es hatte bereits kräftig dunkelbraun ausgesport.
So sehr viele verschiedene Arten von Stielbovisten gibt es wohl nicht, im GERHARDT für Unterwegs sind 2 Arten geführt, bei LAUX ist nur 1 Art geführt; in der Datenbank von fungiworld/pilzbestimmung sind zwar insgesamt 30 Arten gelistet, jedoch nur 3 mit Abbildungen. Also ist die Qual der Auswahl einigermaßen begrenzt. Ich halte dies für den Gewimperten Stielbovist Tulostoma fimbriatum, der in Deutschland mit RL3 klassifiziert ist. Nach Buchbeschreibung soll die Staubkugel weißlich-grau sein, dafür ist mein Exemplar wohl schon ein bißchen alt und bis zu 1 cm im Durchmesser. Die Mündung der Sporenöffnung soll ausgefranst sein, trifft zu.: Was nicht 100%ig passt:
a) ist die Größenangabe zum rotbraunen Stiel: dieser soll 3 - 8 cm sein, Basis knollig. Knollig ist die Basis, wenn man genau hinsieht, aber nicht so lang, und auch nicht rotbraun.
b) die Sporenkugel soll stets im unteren Drittel mit Sandresten bedeckt sein, das kann ich hier nicht sehen.
Als Verwechselungssart mit ähnlichen Standorten nennt GERHARDT den Winzigen Bovist Bovista pusilla: außen fein kleiig, jung weißlich und auf Druck gilbend (nicht prüfbar). Mit winzigem Stielchen. Kommt jedoch außerhalb des Waldes vor.
Es gab überhaupt nur dieses eine Exemplar, und ich bin dort fast täglich herumgestapft. Absolut sicher bin ich mit der Bestimmung nicht, aber es fällt mir auch nichts besseres ein. Vielleicht jemand anderem?
Anmerkung: dies ist ein bewußt vorgenommenes Doppelposting, den gleichen Artikel habe ich an anderer Stelle gebracht, aber mir ist die Meinung von bestimmten Pilzkennern einfach sehr wichtig.
Ich bin gespannt auf Eure Meinung und grüße Euch herzlich
Sabine