Seltsamer unbekannter Pilz - Cortinarius?
Verfasst: Di 3. Nov 2009, 15:33
Liebe Pilzfreunde,
im Urlaub in Österreich habe ich eine Gruppe von Pilzen gefunden, bei der ich im ersten Augenblick dachte, sie seien schon verschimmelt.
Zunächst die Funddaten: Österreich, Bundesland Salzburg, Leogang, ca. 850 m Seehöhe, am Waldsaum unter Fichten, eine Lärche stand ca. 20 m weit entfernt.
Bei genauerer Begutachtung hielt ich das für Schleierlinge, aber in meinen Büchern habe ich nichts annähernd passendes gefunden. Und nun zur Beschreibung:
Habitus: Kräftige Pilze, alte Hüte bis 5 - 7 cm Durchmesser, Stiel tendenziell länger als Hutdurchmesser. Junge, noch nicht aufgeschirmte Pilze an Stiel und Hut mit einem feinen weißen Gespinst überzogen. Sobald dieses Gespinst sich zurückzieht, beginnt dies am Hutscheitel.
Hut: Sobald sich am Hutscheitel das weiße Gespinst zurückzieht, wird der kaffeebraune Hut sichtbar. Hutoberfläche trocken und mit feinen, dachziegelartigen Schuppen besetzt. Hutrand lange eingerollt.
Lamellen: Lamellen beim jungen Pilz hell, jedoch an den Schneiden zum Stiel hin rötlichbraun gefärbt. Lamellen entfernt stehend mit unterschiedlich langen Zwischenlamellen. Lamellen zu den Schneiden hin unregelmäßig geformt, ein bißchen wie beim Krausen Adernzähling, jedoch nicht so stark ausgeprägt. Lamellen am Stiel angewachsen, geringfügig am Stiel herablaufend. Stiel an der Lamellenanwuchsstelle leicht zusammengeschnürt. Lamellen beim alten Pilz fleckig, bräunlich mit leichten Lila-Tönen, teilweise weiß "bepudert" (Sporen?). Stiel: nicht nur bei Verletzung, sondern schon bei Berührung (z.B. beim Abpflücken) stark rotbraun verfärbend. Stiel von unten nach oben schlanker werdend. Stielfarbe braun, unten intensiver, nach oben etwas heller werdend. Die Stiele gehen recht tief in den Erdboden. Bei einem Exemplar auf Bild 1 sieht man, dass die Stielbasis unten leicht spitz, verjüngt, der daneben liegende kleinere Pilz sieht aus, als ob der Stiel nach unten dicker wird.
Fleischfarbe: das war nicht so ganz einheitlich. Auf Bild 1 der rechte Pilz: da sieht die Fleischfarbe des Stieles unten hell aus. Aber der "angeschnittene" Pilz links auf Bild 2 (ich hatte kein Messer dabei und habe ihn durchgebrochen) hat durchgehend die gleiche Farbe: schmutzig braun, im Hutfleisch etwas gesprenkelt. Geruch: widerlich, irgendwie "medizinisch" (habe ich mir ausnahmsweise und schlauerweise notiert!).
Auf ca. 2 m^2 standen sehr viele dieser Pilze, aber es war tatsächlich auf diesen kleinen Flecken begrenzt.
Vielleicht liege ich mit einem Cortinarius ja auch daneben, ich hoffe, dass ihr für ihn eine Schublade oder zumindest einen Schubladenschrank habt.
Herzliche Grüße Sabine
im Urlaub in Österreich habe ich eine Gruppe von Pilzen gefunden, bei der ich im ersten Augenblick dachte, sie seien schon verschimmelt.
Zunächst die Funddaten: Österreich, Bundesland Salzburg, Leogang, ca. 850 m Seehöhe, am Waldsaum unter Fichten, eine Lärche stand ca. 20 m weit entfernt.
Bei genauerer Begutachtung hielt ich das für Schleierlinge, aber in meinen Büchern habe ich nichts annähernd passendes gefunden. Und nun zur Beschreibung:
Habitus: Kräftige Pilze, alte Hüte bis 5 - 7 cm Durchmesser, Stiel tendenziell länger als Hutdurchmesser. Junge, noch nicht aufgeschirmte Pilze an Stiel und Hut mit einem feinen weißen Gespinst überzogen. Sobald dieses Gespinst sich zurückzieht, beginnt dies am Hutscheitel.
Hut: Sobald sich am Hutscheitel das weiße Gespinst zurückzieht, wird der kaffeebraune Hut sichtbar. Hutoberfläche trocken und mit feinen, dachziegelartigen Schuppen besetzt. Hutrand lange eingerollt.
Lamellen: Lamellen beim jungen Pilz hell, jedoch an den Schneiden zum Stiel hin rötlichbraun gefärbt. Lamellen entfernt stehend mit unterschiedlich langen Zwischenlamellen. Lamellen zu den Schneiden hin unregelmäßig geformt, ein bißchen wie beim Krausen Adernzähling, jedoch nicht so stark ausgeprägt. Lamellen am Stiel angewachsen, geringfügig am Stiel herablaufend. Stiel an der Lamellenanwuchsstelle leicht zusammengeschnürt. Lamellen beim alten Pilz fleckig, bräunlich mit leichten Lila-Tönen, teilweise weiß "bepudert" (Sporen?). Stiel: nicht nur bei Verletzung, sondern schon bei Berührung (z.B. beim Abpflücken) stark rotbraun verfärbend. Stiel von unten nach oben schlanker werdend. Stielfarbe braun, unten intensiver, nach oben etwas heller werdend. Die Stiele gehen recht tief in den Erdboden. Bei einem Exemplar auf Bild 1 sieht man, dass die Stielbasis unten leicht spitz, verjüngt, der daneben liegende kleinere Pilz sieht aus, als ob der Stiel nach unten dicker wird.
Fleischfarbe: das war nicht so ganz einheitlich. Auf Bild 1 der rechte Pilz: da sieht die Fleischfarbe des Stieles unten hell aus. Aber der "angeschnittene" Pilz links auf Bild 2 (ich hatte kein Messer dabei und habe ihn durchgebrochen) hat durchgehend die gleiche Farbe: schmutzig braun, im Hutfleisch etwas gesprenkelt. Geruch: widerlich, irgendwie "medizinisch" (habe ich mir ausnahmsweise und schlauerweise notiert!).
Auf ca. 2 m^2 standen sehr viele dieser Pilze, aber es war tatsächlich auf diesen kleinen Flecken begrenzt.
Vielleicht liege ich mit einem Cortinarius ja auch daneben, ich hoffe, dass ihr für ihn eine Schublade oder zumindest einen Schubladenschrank habt.
Herzliche Grüße Sabine