Taphrina farlowii?
Verfasst: So 27. Jun 2010, 10:35
Hallo Phytoparasiten-Freunde,
gestern fand ich am Rande von aufgelassenen, völlig verwilderten Gärten im Sandgebiet zwischen Mörfelden und Walldorf zunächst auf am Boden liegenden Blättern einer umgeknickten Prunus serotina eine Blattwucherung, die mich sehr an meinem armen Pfirsichbaum erinnerte. Bei Nachsuche auf weiteren Prunus serotina im Areal wurde ich dann mit reifen Exemplaren fündig.
Ich denke, es könnte die in diesem Forum vielbesprochene, erst kürzlich wieder nachgewiesene Taphrina farlowii sein. Substrat war eindeutig Prunus serotina (keilförmiger Blattgrund, glänzende Blätter mit eher erhabenen Blattnerven, die am Rand scheinbar nicht verbunden sind, behaarter Mittelnerv, hat gerade erst grüne Früchte). Meine Mikros sind leider nicht so gut wie ich sie gern hätte. Die Asci hatten Ausmaße von etwa 15 µm Breite und etwa 20 - 25 µm Höhe, die Sporen naturgemäß sehr unterschiedlich, da sie ja schon im Ascus sprossen. Alle Mikrofotos sind mit 1000facher Vergößerung aufgenommen
Bild 1: Junge Asci, die sich aus der Epidermis innerhalb einer "Blase" ausstülpen (Mikro in Kongo SDS, mit Bildbearbeitung aus s/w umgefärbt): Bild 2: reifer Ascus auf der Epidermis (Mikro in Wasser) Bild 3: reifer Ascus mit Sporen in BW-Blau Bild 4: Palisade von leeren Asci in Wasser Bild 5: Sporen mit Knospung in Wasser Ich hätte noch eine Frage, da ich mich bei Taphrina nicht so gut auskenne. Offenbar gelten die Arten als wirtsspezifisch. Leider hatte mein Pfirsich-Baum trotz vieler "Kräusel" noch keine reifen Schläuche. Kann man denn die Arten auch mikroskopisch unterscheiden? Oder geht es außer über den Wirt nür über die Gensequenzierung?
Bin schon sehr gespannt auf Eure Kommentare!
Herzlichen Gruß von Hermine
gestern fand ich am Rande von aufgelassenen, völlig verwilderten Gärten im Sandgebiet zwischen Mörfelden und Walldorf zunächst auf am Boden liegenden Blättern einer umgeknickten Prunus serotina eine Blattwucherung, die mich sehr an meinem armen Pfirsichbaum erinnerte. Bei Nachsuche auf weiteren Prunus serotina im Areal wurde ich dann mit reifen Exemplaren fündig.
Ich denke, es könnte die in diesem Forum vielbesprochene, erst kürzlich wieder nachgewiesene Taphrina farlowii sein. Substrat war eindeutig Prunus serotina (keilförmiger Blattgrund, glänzende Blätter mit eher erhabenen Blattnerven, die am Rand scheinbar nicht verbunden sind, behaarter Mittelnerv, hat gerade erst grüne Früchte). Meine Mikros sind leider nicht so gut wie ich sie gern hätte. Die Asci hatten Ausmaße von etwa 15 µm Breite und etwa 20 - 25 µm Höhe, die Sporen naturgemäß sehr unterschiedlich, da sie ja schon im Ascus sprossen. Alle Mikrofotos sind mit 1000facher Vergößerung aufgenommen
Bild 1: Junge Asci, die sich aus der Epidermis innerhalb einer "Blase" ausstülpen (Mikro in Kongo SDS, mit Bildbearbeitung aus s/w umgefärbt): Bild 2: reifer Ascus auf der Epidermis (Mikro in Wasser) Bild 3: reifer Ascus mit Sporen in BW-Blau Bild 4: Palisade von leeren Asci in Wasser Bild 5: Sporen mit Knospung in Wasser Ich hätte noch eine Frage, da ich mich bei Taphrina nicht so gut auskenne. Offenbar gelten die Arten als wirtsspezifisch. Leider hatte mein Pfirsich-Baum trotz vieler "Kräusel" noch keine reifen Schläuche. Kann man denn die Arten auch mikroskopisch unterscheiden? Oder geht es außer über den Wirt nür über die Gensequenzierung?
Bin schon sehr gespannt auf Eure Kommentare!
Herzlichen Gruß von Hermine