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Standort Fliegenpilz --Amanita muscaria

Verfasst: Fr 1. Okt 2010, 16:56
von kurtjegle
Hallo zusammen

Auf meinem Land wachsen ausser einigen sonstwo zerstreuten Exemplaren 5 ähnlich grosse Gruppen Fliegenpilze. Gruppe 1, 2, 3 und 4 in kleinen Zitterpappelgruppen, Gruppe 5 unter Schwarzerlen, von Gruppe 4 nur durch einen Fussweg getrennt. Alle Baumgruppen weisen auch einzelne junge Eichen und Edelkastanien auf. Das untenstehende Foto ist aus Gruppe 3. Alle Pilzgruppen sehen ähnlich aus, also dicht an dicht. Auf dem ganzen Land gibt es nur 5 Nadelbäume. Solche massiven Gruppen habe ich noch nie beobachtet und ich lebe schon 15 Jahre hier.Von vielen Fragen, die ich habe, hier eine Auswahl:
1. Ist es typisch, dass Fliegenpilze derart massiv unter Zitterpappeln auftreten (bevorzugter Mykorrhizapartner)?
2. Ist die diesjährige Häufung auf die klimatischen Verhältnisse zurückzuführen?
3. Ist es typisch, dass sie im "reifen" Eichen-/Eschen-/Hainbuchen-/Schwarzerlenmischwald praktisch nicht auftreten?
Und ausserdem: Ich finde die Fliegenpilzgruppen einfach wunderschön.

Gruss
Kurt

Re: Standort Fliegenpilz

Verfasst: Sa 2. Okt 2010, 18:46
von Harry
Hallo Kurt,

ich bin erst heute nachmittag von der Cortinarientagung in Ehingen zurückgekehrt und möchte nun deine Fragen so gut es geht beantworten.

Der Fliegenpilze ist ein Mykorrhizapilz der mit verschiedenen Laub und Nadelbäumen ein Lebensgemeinschaft eingeht. Unter den Laubbäumen werden Birken wie Betula pendula und Betula pubescens deutlich bevorzugt. Danach folgen Fagus sylvatica und mit einigem Abstand Quercus robur und Quercus rubra. Bei den Nadelhölzern führt Picea abies vor Abies alba und Pinus sylvestries die Hitliste der potentiellen Mykorrhizapartnern an.

Populus tremula, die Zitterpappel, gehört nicht zu den Mykorrhizapartnern des Fliegenpilzes. Deine Gruppen gehören somit zu den Eichen oder den von dir nicht näher definierten Nadelbäumen.

Die Häufigkeit der Fruchtkörper können schon auf klimatische Verhältnisse zurückgeführt werden was natürlich nicht mit der Klimaerwärmung verwechselt werden darf. Die Art findet, wie übrigens viele andere Arten auch, in diesem Jahr ideale Wachstumsbedingungen vor. Das Verhältnis von Temperatur, Feuchtigkeit, Luftfeuchtigkeit und Windbewegung sind im Moment für viele Pilzarten sehr stimmig. Ferner wurde meiner Meinung nach durch die Julihitze und die damit verbundene Trockenheit der Grundstein für reichliches Pilzwachstum im Herbst gelegt.

Gruß
Harry