Wissenswertes von der Mariendistel

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Harry
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Wissenswertes von der Mariendistel

Ungelesener Beitrag von Harry »

Hallo Heilpflanzenfreunde,

die Mariendistel gehört zu den Korbblütengewächsen ( Familie Asteraceae ). Diese sehr attraktive Distel wird bis zu 1,50 m hoch. Sie besitzt einen aufrechten Stängel und grün weiss marmoriete, stängelumfassende Blätter, die an den Rändern mit gelben Stacheln versehen sind. Blütezeit ist von Juni bis September.

Die Pflanze stammt ursprünglich aus Südeuropa, Südrussland und Nordafrika. Sie zählt zu den größten und schönsten Disteln und wird bei uns in zahlreichen Gärten als Zierde angepflanzt. Mittlerweile ist sie aber vielerorts verwildert - zu finden an Wegrändern, auf Ödland und Schuttplätzen. Sie bevorzugt trockene steinige Böden.

Silybum marianum - Mariendistel





Historisches

Die Mariendistel verdankt ihren Namen einer Legende. Auf der Flucht vor den Soldaten von König Herodes suchte Maria einen Platz um ihr Kind zu stillen. Sie fand ihn unter einer großen Distel. Sie bemerkte dies und bildete mit ihren großen Blättern ein schützendes Dach über Mutter und Kind. Beim Stillen fielen einige Tropfen Milch auf die Blätter und seitdem sind sie weiß gefleckt und gestreift.

Seit dem Mittelalter wird die Distel als Heilpflanze kultiviert. Paracelus empfahl sie gegen " inwendiges Stechen". Ihre heutige Verwendung liegt vor allem in der Bekämpfung von Lebererkrankungen. Der Arzt Johann Gottfried Rademacher ( 1772 - 1850 ) hat diese Heilwirkung auf die Leber entdeckt.

Inhaltsstoffe

die Mariendistel enthält Silymarin, Silydiamin,Silybinin, Flavone, ätherische und fette Öle, Histamin und Eiweiße.

Als wichtigste Inhaltstoffe sind die Flavonolignane Silymarin, Silybinin und Silydiamin anzusehen. Sie zeigen eine hervorragende Schutzwirkung gegen vielfältige leberschädigende Einflüsse. Sie stärken die Zellmembran, so dass Gifte nicht so leicht ins Zellinnere eindringen können. Die Regenerationsfähigkeit der Leberzellen wird unter ihrem Einfluss erheblich verbessert. Die drei Sily`s sind ferner in der Lage Vergiftungserscheinungen zu verzögern oder sogar aufzuhalten.

Sylibinin hat sich als besonders wirksam gegen die Gifte von Amanita phalloides und ihrer ebenso giftigen, nahen Verwandten herausgestellt.

Heilpflanze Mariendistel

Die Inhaltsstoffe der Mariendistel finden sich ausschließlich in den reifen Samen ( Fructus cardui marianae ) Sie sind braun, glänzend und in einen seidigen Pappus eingehüllt.



Die Mariendistel wird heute hauptsächlich bei toxischen Leberschäden, bei chronisch, entzündlichen Lebererkrankungen und bei Leberzirrhose eingesetzt. In der Volksmedizin findet sie auch Anwendung bei Lungen und Rippenfellentzündungen, Migräne, Reisekrankheit, Krampfadern, Magen - Darm und Gallebeschwerden. Auch bei Hepatitis hat sich die Pflanze bewährt.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind ausser einer leicht abführenden Wirkung ( Einzelfälle ) keine bekannt. Bei Allergien gegen Korbblütengewächsen sollten Heilmittel aus der Mariendistel nicht angewandt werden.

Zubereitungsarten

Bei oben genannten Erkrankungen werden in erster Linie hoch konzentrierte Trockenextrakte verabreicht. Man findet sie in als Tabletten, Dragees oder Kapseln. Als Auszugsmittel wird meist Aceton verwendet. Auch als Tee kommen die Samen zu Einsatz. Heilmittel aus den Wirkstoffen der Mariendistel sollt man ausschließlich aus der Aphoteke beziehen.

Teezubereitung

2 Teelöffel zerstossene Samen mit 150 ml heißem Wasser ausgießen und 10 - 15 Min. ziehen lassen. Bei Bedarf sollte man 3 - 4 Tassen täglich trinken.

Mariendistel in der Küche

Wenig bekannt ist das die Distel in früheren Zeiten auch als Gemüsepflanze angebaut wurde. Die jungen Triebe schmecken ausgezeichnet und können roh oder gekocht gegessen werden. Die von den Stacheln befreiten Blätter werden kleingeschnitten und mit Butter und Zwiebeln gedünstet. Die Stängel, vor der Blüte geerntet sind zart und saftig und schmecken roh in Verbindung mit einem Kräuterdip hervorragend. Als Beigabe zum Salat sind kleingehackte Blätter und Stängel nicht zu verachten. Die jungen zarten Wurzeln kann man wie Schwarzwurzeln verwenden und die Blütenköpfe dienen als Artischockenersatz.

Verwechslungen

wegen der auffälligen Blattzeichnung ist die Mariendistel nicht mit anderen Distelarten verwechselbar.

Gruß
Harry
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