Wissenswertes von der Knoblauchsrauke

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Harry
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Wissenswertes von der Knoblauchsrauke

Ungelesener Beitrag von Harry » Mi 22. Apr 2015, 18:01

Hallo Pflanzenfreunde,

die Knoblauchsrauke ( Alliaria petiolata ) wird bis zu 1 m hoch und gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse ( Brassicaceae ). Sie blüht im April/Mai und ist an schattigen Wegrändern, im Gebüsch, auf Schuttplätzen und an Mauern zu finden. Sie gilt als Stickstoffzeiger und liebt genau wie die Brennessel etwas lehmige, frische und stickstoffhaltige Böden. Brennessel und Knoblauchrauke findet man daher oft an gemeinsamen Standorten vor.

Beheimatet ist die Pflanze in großen Teilen Europas und Vorderasiens. Gelegentlich wird sie auch in Nordafrika gefunden. In den USA wurde sie von europäischen Siedlern eingeführt und wird dort als invasiver Neophyt angesehen.

Andere deutsche Namen sind Knoblauch - Hederich, Knoblauchkraut, Lauchkraut, Zwiebelkraut, Würzkraut, Lauchhederich oder Bärentatze.

Allaria petiolata - Knoblauchsrauke (M.Bieb.) Cavara & Grande
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Historisches

Die Knoblauchsrauke zählt zu den am längsten bekannten Würzkräutern. Schon 4000 vor Christus wurde sie als Gewürz benutzt. Im Mittelalter wurde sie von der armen Bevölkerung verwendet. Teure Gewürze konnte sie sich damals nicht leisten.

Inhaltsstoffe

Der Gattungsname Allaria deutet schon darauf hin dass die Pflanze etwas mit Knoblauch zu tun hat. Wer nun aber darauf schließt dass der Knoblauchgeruch und Geschmack der Knoblauchsrauke vom Alliciin herrührt der irrt. Es handelt sich bei dieser Substanz um ein Senfölglycosid mit Namen Sinigrin. Ausserdem findet man in der Pflanze noch einiges an ätherischen Ölen.

Heilpflanze Knoblauchsrauke

schon im 16. Jahrhundert empfahl der Kräutergelehrte Gerard die Knoblauchsrauke bei Nierensteinen, Koliken und Magenbeschwerden. Man solle den Samen aufkochen und in Wein ziehen lassen. Sein Rezept " ein Quentchen feingehackte Blätter hinaufgeschnupft, beruhigt aufgeregte Geister " wird heute kaum noch jemand anwenden. Sinigrin wirkt antiseptisch und leicht harntreibend und wird deshalb von Kräuterkundigen gelegentlich bei Frühjahrskuren zur allgemeinen Entschlackung vewendet. Rheumatischen Beschwerden und Gicht wird durch die Knoblauchrauke ebenfalls günstig beeinflußt. In der Volkmedizin werden Breiumschläge aus Knoblauchsrauke bei Insektenstichen empfohlen.

Knoblauchsrauke in der Küche

Die Knoblauchsrauke verspricht Knoblauchgenuss ohne Reue und dieses Versprechen hält sie auch. Man kann die Pflanze reichlich verwenden ohne dass man im Nachhinein befürchten muss für ein bis zwei Tage keine Gesprächspartner zu finden. Sie findet Verwendung in Suppen, Saucen, Salaten, in Kräuterfüllungen und als Wildgemüse. Aus den reifen, schwarzen Samen kann man eine Art Senf herstellen. Wer Gurken selbst einkocht kann die Senfkörner auch durch die Samen der Knoblauchsrauke teilweise oder auch ganz ersetzen. Ganz besondes lecker sind hauchdünne Knoblauchsrauken - Crepes, die auch ohne Füllung einfach herrlich schmecken. Für den Teig werden zunächst 4 Eier, 250ml Milch, Salz nach Geschmack und zwei Handvoll gewaschene Blätter mit einem Pürierstag püriert. In die etwas ungewöhnliche grüne Milchmischung werden nur 150 gr. Mehl eingerührt bis ein glatter dünner Teig entsteht. Diesen Teig lasse ich ca. 30 Minuten quellen. In einer beschichteten Pfanne werden nun mit wenig Butterfett dünne Pfannkuchen gefertig, aufgerollt und direkt verzehrt. Ein Gedicht!! Natürlich kann man diese Crepes auch nach Belieben füllen. Zwei, drei Rezepte werde ich in Kürze im Rezepteforum veröffentlichen.

Verwechslungen

Die etwas herzförmigen Blätter der Blattrosette ähneln jenen von Gundermann und Scharbockskraut. Beide Pflanze verströmen beim Zerreiben aber keinen Knoblauchduft und ihre Blüten sind ganz anders zusammengesetzt.

Nebenwirkungen

Auch bei großzügiger Verwendung sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Sammel und Aufbewahrungstipps

die Knoblauchsrauke sammelt man am besten vor der Blüte am späten Vormittag. Ihre Blätter sind um diese Tageszeit am saftigsten. Blüht die Pflanze büßt sie einiges an Aroma ein. Die frisch geernteten Blätter lassen sich auch in einem Plastikbehältnis mit Deckel für ca. 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Zum Einfrieren sind die Blätter ebenfalls gut geeignet.

Ich hoffe ich könnte euch dieses wirklich leckere Wildpflänzchen etwas näher bringen. Es lohnt sich die Knoblauchsrauke kennen zu lernen und in der Küche zu verwenden.

Gruß
Harry
Dass man immer noch lernen kann ist herrlich, und auch dass man andere dazu braucht.

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