Lactarius cf. zonarioides?
Moderator: Harry
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Lactarius cf. zonarioides?
Liebe Pilzfreunde,
ich bin wohl noch eine ganze Weile mit meinen zahlreichen Pilzfunden aus Österreich beschäftigt.
Im österreichischen Pillerseetal (Bundesland Tirol) auf ca. 800 m Seehöhe fand ich am Waldrand unter Fichten eine Gruppe Milchlinge. Größe: Durchmesser der Fruchtkörper ca. 5 cm.
Hut: Alle leuchtend orange mit Zonen. Huthaut wirkt leicht glänzend, war aber trocken und nicht schmierig. Helles Hutfleisch unter der Huthaut. Hüte in der Mitte grubig eingedrückt.
Lamellen: dicht stehend mit unterschiedlich langen Zwischenlamellen, zart lachsfarben.
Milch: weiß, die Farbe hat sich innerhalb weniger Minuten nicht verändert. Stiel: etwas heller als die Hutobefläche. Da bei Edel-Reizker, Fichten-Reizker und Lachs-Reizker die Milch von Anfang an rot ist, kommen diese drei nicht in Betracht. Passend zum Gebirgs-Fichtenwald auf kalkhaltigem und saurem Boden (GERHARDT) wäre der Bergwald-Zonen-Milchling Lactarius zonarioides. Kommt der hin?
Danke im Voraus für Eure Hilfe und
herzliche Grüße
Sabine
ich bin wohl noch eine ganze Weile mit meinen zahlreichen Pilzfunden aus Österreich beschäftigt.
Im österreichischen Pillerseetal (Bundesland Tirol) auf ca. 800 m Seehöhe fand ich am Waldrand unter Fichten eine Gruppe Milchlinge. Größe: Durchmesser der Fruchtkörper ca. 5 cm.
Hut: Alle leuchtend orange mit Zonen. Huthaut wirkt leicht glänzend, war aber trocken und nicht schmierig. Helles Hutfleisch unter der Huthaut. Hüte in der Mitte grubig eingedrückt.
Lamellen: dicht stehend mit unterschiedlich langen Zwischenlamellen, zart lachsfarben.
Milch: weiß, die Farbe hat sich innerhalb weniger Minuten nicht verändert. Stiel: etwas heller als die Hutobefläche. Da bei Edel-Reizker, Fichten-Reizker und Lachs-Reizker die Milch von Anfang an rot ist, kommen diese drei nicht in Betracht. Passend zum Gebirgs-Fichtenwald auf kalkhaltigem und saurem Boden (GERHARDT) wäre der Bergwald-Zonen-Milchling Lactarius zonarioides. Kommt der hin?
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Sabine
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Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
Immanuel Kant (1724 - 1804)
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- Harry
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Re: Lactarius cf. zonarioides?
Hallo Sabine,
ich habe einen Vereinskollegen auf dein Posting aufmerksam gemacht. Es beschäftigt sich intensiver mit der Gattung Lactarius und meint Lactarius zonarioides passt sehr gut .
Lactarius zonarius, der Blasse Zonenmilchling ist makroskopisch sehr ähnlich, er kommt aber ausschließlich im Laubwald bei Quercus und Castanea sativa vor. Er scheidet somit aus. Auf Grund deiner sehr guten Angaben und dem ebenso gutem Bildmaterial bin auch ich nach Literaturstudien zu der Überzeugung gekommen dass es sich Lactarius zonarioides handeln muss. Die Art ist schon seit Jahren stark rückläufig und wird als selten bis sehr selten bezeichnet. In den Bundesländern in denen er vorkommt steht er auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, teilweise sogar auf RL1.
Ich weiß zwar nicht wie es mit der Verbreitung in Österreich ausssieht aber alles in allen scheint dir da ein schöner Fund gelungen zu sein. Glückwunsch.
Gruß
Harry
ich habe einen Vereinskollegen auf dein Posting aufmerksam gemacht. Es beschäftigt sich intensiver mit der Gattung Lactarius und meint Lactarius zonarioides passt sehr gut .
Lactarius zonarius, der Blasse Zonenmilchling ist makroskopisch sehr ähnlich, er kommt aber ausschließlich im Laubwald bei Quercus und Castanea sativa vor. Er scheidet somit aus. Auf Grund deiner sehr guten Angaben und dem ebenso gutem Bildmaterial bin auch ich nach Literaturstudien zu der Überzeugung gekommen dass es sich Lactarius zonarioides handeln muss. Die Art ist schon seit Jahren stark rückläufig und wird als selten bis sehr selten bezeichnet. In den Bundesländern in denen er vorkommt steht er auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, teilweise sogar auf RL1.
Ich weiß zwar nicht wie es mit der Verbreitung in Österreich ausssieht aber alles in allen scheint dir da ein schöner Fund gelungen zu sein. Glückwunsch.
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Harry
Dass man immer noch lernen kann ist herrlich, und auch dass man andere dazu braucht.
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Re: Lactarius cf. zonarioides?
Lieber Harry,
wow, ich bin begeistert! Herzlichen Dank dass Du einen Vereinskollegen befragt hast, da bedanke ich mich auf diesem Weg auch bei ihm für die Bestätigung - vielleicht magst Du ihm meinen Dank weitergeben.
Über die Verbreitung in Österreich habe ich versucht mich zu informieren, es gibt eine Website http://austria.mykodata.net/Enter_database.html , bei der man Taxa abfragen kann. Die neue Rote Liste 2009 ist offenbar in Bearbeitung, und eine ältere habe ich im Netz nicht gefunden. Aber es scheint auch für Österreich eine nicht häufige Art zu sein, ich werde sie deshalb and die Österreichische Mykologische Gesellschaft melden.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich damit vielleicht ein kleines mykologisches Schätzchen gefunden habe. Freut mich!
Danke nochmals für Deine Hilfe und
herzliche Grüße Sabine
wow, ich bin begeistert! Herzlichen Dank dass Du einen Vereinskollegen befragt hast, da bedanke ich mich auf diesem Weg auch bei ihm für die Bestätigung - vielleicht magst Du ihm meinen Dank weitergeben.
Über die Verbreitung in Österreich habe ich versucht mich zu informieren, es gibt eine Website http://austria.mykodata.net/Enter_database.html , bei der man Taxa abfragen kann. Die neue Rote Liste 2009 ist offenbar in Bearbeitung, und eine ältere habe ich im Netz nicht gefunden. Aber es scheint auch für Österreich eine nicht häufige Art zu sein, ich werde sie deshalb and die Österreichische Mykologische Gesellschaft melden.
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Lactarius cf. zonarioides? Nein: L porninsis (Lärchen-Milchl
Liebe Pilzfreunde,
ich habe den Fund an die Österreichische Mykologische Gesellschaft gemeldet und von dort eine Bestimmungskorrektur erhalten: Es handelt sich um den Lärchen-Milchling Lactarius porninsis. Er wird in die Funddatenbank mit aufgenommen. Ist doch auch klasse, oder?
Liebe Grüße Sabine
ich habe den Fund an die Österreichische Mykologische Gesellschaft gemeldet und von dort eine Bestimmungskorrektur erhalten: Es handelt sich um den Lärchen-Milchling Lactarius porninsis. Er wird in die Funddatenbank mit aufgenommen. Ist doch auch klasse, oder?
Liebe Grüße Sabine
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- Harry
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Re: Lactarius cf. zonarioides?
Hallo Sabine,
das ist schade, da liefen unsere Bemühungen in die falsche Richtung. Lärchennähe hattest du nicht erwähnt, vermutlich auch deshab weil du sie einfach übersehen hast. Armin hatte kurz an Lactarius porninsis gedacht, sie aber wegen des fehlenden Hinweises auf ihren Mykorrhizapartner wieder verworfen. Ein Hinweis auf den Gemack der Milch wäre wohl auch hilfreich gewesen ( mild-bitterlich bei der porninsis, scharf bei zonarioides ).
Sabine, wir haben hier wieder mal ein sehr gutes Beispiel wie wichtig genaueste Angaben zu Standort und bestimmungsrelevanten Merkmalen sind. Sorry für die Fehlbestimmung, wir hätten bezüglich Symbiosepartner und Milchgeschmack nachhacken müssen.
Gruß
Harry
das ist schade, da liefen unsere Bemühungen in die falsche Richtung. Lärchennähe hattest du nicht erwähnt, vermutlich auch deshab weil du sie einfach übersehen hast. Armin hatte kurz an Lactarius porninsis gedacht, sie aber wegen des fehlenden Hinweises auf ihren Mykorrhizapartner wieder verworfen. Ein Hinweis auf den Gemack der Milch wäre wohl auch hilfreich gewesen ( mild-bitterlich bei der porninsis, scharf bei zonarioides ).
Sabine, wir haben hier wieder mal ein sehr gutes Beispiel wie wichtig genaueste Angaben zu Standort und bestimmungsrelevanten Merkmalen sind. Sorry für die Fehlbestimmung, wir hätten bezüglich Symbiosepartner und Milchgeschmack nachhacken müssen.
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Re: Lactarius cf. zonarioides?
Guten Morgen Harry,
ich hatte überhaupt keine Lärchen bemerkt, und die Mykologische Gesellschaft hat auch angemerkt, dass selbst winzige Lärchen bereits mykorrhiziert sind. Lärchen gibt es da unten sehr viele, aber wie gesagt, gesehen habe ich wirklich keine. Geschmacksproben mache ich sehr ungern, da unten gibt es auch viele Füchse (Fuchsbandwurm), und alles was am Boden wächst, kann auch von Hunden "bewässert" sein. Ein Nachhaken hätte da auch von meiner Seite nichts besseres bzw. genaueres ergeben.
Trotzdem vielen Dank für eure Bemühungen, ist doch eigentlich auch prima, dass die Myk. Gesellschaft das "gerade gerückt" hat.
Liebe Grüße Sabine
ich hatte überhaupt keine Lärchen bemerkt, und die Mykologische Gesellschaft hat auch angemerkt, dass selbst winzige Lärchen bereits mykorrhiziert sind. Lärchen gibt es da unten sehr viele, aber wie gesagt, gesehen habe ich wirklich keine. Geschmacksproben mache ich sehr ungern, da unten gibt es auch viele Füchse (Fuchsbandwurm), und alles was am Boden wächst, kann auch von Hunden "bewässert" sein. Ein Nachhaken hätte da auch von meiner Seite nichts besseres bzw. genaueres ergeben.
Trotzdem vielen Dank für eure Bemühungen, ist doch eigentlich auch prima, dass die Myk. Gesellschaft das "gerade gerückt" hat.
Liebe Grüße Sabine
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Immanuel Kant (1724 - 1804)
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Re: Lactarius cf. zonarioides?
Hallo Sabine und Harry
Die Lärche ist manchmal versteckt und weiter weg. Vom Bild her hätte ich auch zuerst an den Lärchenmilchling gedacht. Er hat auch weitere makroskopische Merkmale, die ihn gegenüber zonaroides unterscheiden. Die Lamellen sind kräftiger in Richtung orange gefärbt und markant: Geruch deutlich nach Apfelsinenschalen.
VG Hartmut
Die Lärche ist manchmal versteckt und weiter weg. Vom Bild her hätte ich auch zuerst an den Lärchenmilchling gedacht. Er hat auch weitere makroskopische Merkmale, die ihn gegenüber zonaroides unterscheiden. Die Lamellen sind kräftiger in Richtung orange gefärbt und markant: Geruch deutlich nach Apfelsinenschalen.
VG Hartmut
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Re: Lactarius cf. zonarioides?
Guten Morgen Hartmut,
vielen Dank für den Hinweis, dass der Lärchenmilchling nach Apfelsinenschalen riecht. Wenn ich mal wieder einen Milchling antreffe, werde ich darauf achten.
Viele Grüße Sabine
vielen Dank für den Hinweis, dass der Lärchenmilchling nach Apfelsinenschalen riecht. Wenn ich mal wieder einen Milchling antreffe, werde ich darauf achten.
Viele Grüße Sabine
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