Einige Phytoparasiten aus 2010
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Einige Phytoparasiten aus 2010
Liebe Phytoparasitenfreunde,
wenn der Blick erstmal für sie da ist, dann tauchen sie recht zahlreich auf. Hier einige Funde aus dem vergangenen Jahr.
Am 22.06.2010 an Eberesche Sorbus aucuparia, Blattoberseite
Vergleichsaufnahmen hier aus dem Forum sehen meinem Fund schon verdächtig ähnlich. Ich würde den Verursacher als Milbe Eriophyes sorbi sehen.
Am 16.06.2010 an Weißpappel Populus alba
Harry hat im Naturforum bereits den Wirt als Weißpappel bestimmt und die Schwarzfärbung als Mine. Ich habe daraufhin die Blätter nochmals untersucht. Tatsächlich hat sich im Blatt eine Art Tasche gebildet, etwas mit Flüssigkeit gefüllt, darin befanden sich winzige schwarze Larven. Was das sein könnte, habe ich immer noch nicht herausgefunden.
Kennt ihr die Seite http://www.arbofux.de ? Die Datenbank enthält jede Menge Phytoparasiten und läßt sich wunderbar filtern. Aber auch dort bin ich nicht fündig geworden. Falls hier niemand eine Idee haben sollte, dann werde ich in diesem Jahr versuchen, die Tiere "groß" zu bekommen, also durchzuzüchten. Hier nun das Bild:
17.06.2010 an Sommerlinde Tilia phtyphyllos: Lindenknospengallmücke Contarinia tiliarumam
Nach der Beschreibung bei arbofux (http://www.arbofux.de/lindenknospengallmuecke.html) muss es sich um einen recht "frischen" Befall handeln, weil die Gallen mit zunehmendem Alter rötlich - schwarz werden. Dieses einzige Exemplar saß direkt in einer Blattachsel und umschloß einen frischen Trieb:
am 24.06.2010 an Sommerlinde Tilia platyphyllos: Unbekannte Galle, Arbeitstitel "Stielgalle"
Beim Wirt bin ich mir nicht 100% sicher, aber denke, dass es wieder eine Sommerlinde ist. Stängelbehaarung und Zähnelung der Blattränder passen.
Bin mit dieser Galle nicht weiter gekommen. So gestielt habe ich weder bei BUHR noch bei Arbofux etwas halbwegs passendes gefunden. Hier noch ein Bildausschnitt:
am 24.06.2010 an Giersch Aegopodium podagraria: nicht der Schlauchpilz Protomyces macrosporus, sondern
am 24.06.2010 an Giersch Aegopodium podagraria: Gierschblattfloh Trioza flavipennis am 16.06.2010 an Brennessel Urtica spec.: Unbekannte Galle
Hier weiß ich noch nicht mal, welche Brennesselart es ist. Die Blätter waren sehr stark länglich. Und bei den Gallen bin ich auch noch nicht weiter gekommen.
Wäre schön, wenn sich das eine oder andere mit eurer Hilfe klären ließe.
Herzliche Grüße von
Sabine
wenn der Blick erstmal für sie da ist, dann tauchen sie recht zahlreich auf. Hier einige Funde aus dem vergangenen Jahr.
Am 22.06.2010 an Eberesche Sorbus aucuparia, Blattoberseite
Vergleichsaufnahmen hier aus dem Forum sehen meinem Fund schon verdächtig ähnlich. Ich würde den Verursacher als Milbe Eriophyes sorbi sehen.
Am 16.06.2010 an Weißpappel Populus alba
Harry hat im Naturforum bereits den Wirt als Weißpappel bestimmt und die Schwarzfärbung als Mine. Ich habe daraufhin die Blätter nochmals untersucht. Tatsächlich hat sich im Blatt eine Art Tasche gebildet, etwas mit Flüssigkeit gefüllt, darin befanden sich winzige schwarze Larven. Was das sein könnte, habe ich immer noch nicht herausgefunden.
Kennt ihr die Seite http://www.arbofux.de ? Die Datenbank enthält jede Menge Phytoparasiten und läßt sich wunderbar filtern. Aber auch dort bin ich nicht fündig geworden. Falls hier niemand eine Idee haben sollte, dann werde ich in diesem Jahr versuchen, die Tiere "groß" zu bekommen, also durchzuzüchten. Hier nun das Bild:
17.06.2010 an Sommerlinde Tilia phtyphyllos: Lindenknospengallmücke Contarinia tiliarumam
Nach der Beschreibung bei arbofux (http://www.arbofux.de/lindenknospengallmuecke.html) muss es sich um einen recht "frischen" Befall handeln, weil die Gallen mit zunehmendem Alter rötlich - schwarz werden. Dieses einzige Exemplar saß direkt in einer Blattachsel und umschloß einen frischen Trieb:
am 24.06.2010 an Sommerlinde Tilia platyphyllos: Unbekannte Galle, Arbeitstitel "Stielgalle"
Beim Wirt bin ich mir nicht 100% sicher, aber denke, dass es wieder eine Sommerlinde ist. Stängelbehaarung und Zähnelung der Blattränder passen.
Bin mit dieser Galle nicht weiter gekommen. So gestielt habe ich weder bei BUHR noch bei Arbofux etwas halbwegs passendes gefunden. Hier noch ein Bildausschnitt:
am 24.06.2010 an Giersch Aegopodium podagraria: nicht der Schlauchpilz Protomyces macrosporus, sondern
am 24.06.2010 an Giersch Aegopodium podagraria: Gierschblattfloh Trioza flavipennis am 16.06.2010 an Brennessel Urtica spec.: Unbekannte Galle
Hier weiß ich noch nicht mal, welche Brennesselart es ist. Die Blätter waren sehr stark länglich. Und bei den Gallen bin ich auch noch nicht weiter gekommen.
Wäre schön, wenn sich das eine oder andere mit eurer Hilfe klären ließe.
Herzliche Grüße von
Sabine
Zuletzt geändert von mykologicus am Mo 7. Feb 2011, 10:48, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße Sabine
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Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
Immanuel Kant (1724 - 1804)
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Re: Einige Phytoparasiten aus 2010
Hallo Sabine,
viewtopic.php?f=14&t=518&hilit=giersch
Herzliche Grüße Detlef
Das ist leider nicht Protomyces macrosporus sondern der Verursacher ist tierischer Art und zwar der Gierschblattfloh ( Trioza flavipennis FOERST. ), siehe hier:mykologicus hat geschrieben:Liebe Phytoparasitenfreunde,
wenn der Blick erstmal für sie da ist, dann tauchen sie recht zahlreich auf. Hier einige Funde aus dem vergangenen Jahr.
am 24.06.2010 an Giersch Aegopodium podagraria: Schlauchpilz Protomyces macrosporus
Herzliche Grüße von
Sabine
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Herzliche Grüße Detlef
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Re: Einige Phytoparasiten aus 2010
Hallo Detlef,
ich danke für die Korrektur der Galle an Giersch. Ich habe nochmals bei BUHR nachgesehen (Pflanzengallen.de), da habe ich mich beim Galleerzeuger schlicht in der Zeile geirrt. Oh manno!
Gibt es für die anderen vorgestellten Gallen evtl. eine Bestätigung oder bei den mir unbekannten eine Idee?
Schönes Wochenende noch und bis Montag
viele Grüße Sabine
ich danke für die Korrektur der Galle an Giersch. Ich habe nochmals bei BUHR nachgesehen (Pflanzengallen.de), da habe ich mich beim Galleerzeuger schlicht in der Zeile geirrt. Oh manno!
Gibt es für die anderen vorgestellten Gallen evtl. eine Bestätigung oder bei den mir unbekannten eine Idee?
Schönes Wochenende noch und bis Montag
viele Grüße Sabine
Liebe Grüße Sabine
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Re: Einige Phytoparasiten aus 2010
Hallo Sabine,
wie Du ja weisst, sind die tierischen Phytoparasiten nicht so mein Metier, deshalb kann ich Dir leider nicht weiterhelfen, aber sicher werden sich Volker und/oder Harry noch dazu melden.
Mit dem Gierschfloh konnte ich auch nur aushelfen, da ich ja selbst danach gefragt hatte und wenn ich einmal sowas erklärt bekommen habe, dann behalte ich das in der Regel.
Auch von mir ein schönes Wochenende
Herzliche Grüße Detlef
wie Du ja weisst, sind die tierischen Phytoparasiten nicht so mein Metier, deshalb kann ich Dir leider nicht weiterhelfen, aber sicher werden sich Volker und/oder Harry noch dazu melden.
Mit dem Gierschfloh konnte ich auch nur aushelfen, da ich ja selbst danach gefragt hatte und wenn ich einmal sowas erklärt bekommen habe, dann behalte ich das in der Regel.
Auch von mir ein schönes Wochenende
Herzliche Grüße Detlef
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Re: Einige Phytoparasiten aus 2010
Hallo Sabine,
zunächst einmal herzlichen Dank für diesen sehr schön bebilderten Beitrag.
Bitte entschuldige dass ich dir erst heute antworte, die Zeit ist mir diese Woche mal wieder davon gerannt. Mal sehen was ich zu deinen tiereischen Phytos sagen kann.
22.06.2010 an Eberesche Sorbus aucuparia, Blattoberseite
Den Verursacher hast du richtig erkannt. Die Milbe Eriophyes sorbi wird allerdings von nicht wenigen Autoren als Unterart der Birnenpockenmilbe Eriophyes pyri ( Pagenstecher ) angesehen. Folgt man diesen Autoren wäre diese Milbe dann als Eriophyes pyri sorbi ( Napela ) zu bezeichnen. Unlängst hatte Julia zu Eriophyes pyri eine Anfrage eingestellt. Siehe dazu auch hier:
viewtopic.php?f=14&t=4655
16.06.2010 an Weißpappel Populus alba
ja, ich kann mich an deine Anfrage im Naturforum erinnern. Die Verursacher von Blattminen sind anhand der Blattminen nicht immer leicht zu bestimmen da es sehr wenig Literatur zu diesem Thema gibt. Im Falle deiner Blattmine an Weißpappel kann ich vielleicht einen Hinweis in die richtige Richtung geben, ob ich am Ende dieser Richtung aber den richtigen Verursacher erwischt habe, kann ich dir nicht versprechen.
Mich würde es nicht wundern wenn sich am Ende deines " Züchtungsversuches " eine Wespe der Familie Tenthredinidae entwickeln würde. Diese Echten Blattwespen sind mit rund 4000 Arten weltweit die größte Familie der Pflanzenwespen. Die raupenähnlichen Larven der Echten Blattwespen besitzen 6 -8 paar Bauchfüße, die im Gegensatz zu Schmetterlingsraupen keine Häckchen tragen. Bei den meisten Blattwespen leben die Larven frei auf den Blättern von denen sie sich ernähren. Einige Arten leben jedoch minierend, das heißt die Larven befinden sich in sogenannten Blattminen. Eine Wespe die Pappel befällt ist Messa hortulana ( Klug ) . Sie kommt allerding meist an Populus nigra vor und hat auch keine schwarzen Larven sondern weißliche mit schwarzen Köpfchen. Nun ist halt die Frage ob es sich bei deinen winzigen schwarzen Larven nicht um den Kot jener Larve handelte. Die Blattminen enthalten in der Regel nur eine einzige Larve die bereits nach 4 Wochen die Mine verläßt, zu Boden fällt und sich dort verpuppt. Zurück bleiben leere mit winzigen Kotströllchen gefüllte Blattminen. Liebe Sabine, mit was konkreterem kann ich leider nicht dienen aber vielleicht war es ja , wie schon erwähnt, ein Hinweis in die richtige Richtung.
17.06.2010 an Sommerlinde Tilia phtyphyllos: Lindenknospengallmücke Contarinia tiliarumam
meiner Ansicht nach richtig bestimmt, zumindest kann ich in meiner Literatur nichts vergleichbares finden.
24.06.2010 an Sommerlinde Tilia platyphyllos: Unbekannte Galle, Arbeitstitel "Stielgalle"
da kann ich im Moment noch nichts dazu sagen. Ich bleibe aber am Ball.
am 24.06.2010 an Giersch Aegopodium podagraria: Schlauchpilz Protomyces macrosporus
da hat dir ja Detlef schon die korrekte Bestimmung geliefert.
am 16.06.2010 an Brennessel Urtica spec.: Unbekannte Galle
da kann ich leider auch nichts zur Aufklärung beitragen. Ich habe diese " Gallen " selbst noch nicht gesehen und weder meine Literatur noch Internetrecherchen geben da was gescheites her.
Ok, es war nicht viel aber ich hoffe dir wenigsten ein klein bischen weiter geholfen zu haben.
schönes Wochenende noch.
Harry
zunächst einmal herzlichen Dank für diesen sehr schön bebilderten Beitrag.
22.06.2010 an Eberesche Sorbus aucuparia, Blattoberseite
Den Verursacher hast du richtig erkannt. Die Milbe Eriophyes sorbi wird allerdings von nicht wenigen Autoren als Unterart der Birnenpockenmilbe Eriophyes pyri ( Pagenstecher ) angesehen. Folgt man diesen Autoren wäre diese Milbe dann als Eriophyes pyri sorbi ( Napela ) zu bezeichnen. Unlängst hatte Julia zu Eriophyes pyri eine Anfrage eingestellt. Siehe dazu auch hier:
viewtopic.php?f=14&t=4655
16.06.2010 an Weißpappel Populus alba
ja, ich kann mich an deine Anfrage im Naturforum erinnern. Die Verursacher von Blattminen sind anhand der Blattminen nicht immer leicht zu bestimmen da es sehr wenig Literatur zu diesem Thema gibt. Im Falle deiner Blattmine an Weißpappel kann ich vielleicht einen Hinweis in die richtige Richtung geben, ob ich am Ende dieser Richtung aber den richtigen Verursacher erwischt habe, kann ich dir nicht versprechen.
Mich würde es nicht wundern wenn sich am Ende deines " Züchtungsversuches " eine Wespe der Familie Tenthredinidae entwickeln würde. Diese Echten Blattwespen sind mit rund 4000 Arten weltweit die größte Familie der Pflanzenwespen. Die raupenähnlichen Larven der Echten Blattwespen besitzen 6 -8 paar Bauchfüße, die im Gegensatz zu Schmetterlingsraupen keine Häckchen tragen. Bei den meisten Blattwespen leben die Larven frei auf den Blättern von denen sie sich ernähren. Einige Arten leben jedoch minierend, das heißt die Larven befinden sich in sogenannten Blattminen. Eine Wespe die Pappel befällt ist Messa hortulana ( Klug ) . Sie kommt allerding meist an Populus nigra vor und hat auch keine schwarzen Larven sondern weißliche mit schwarzen Köpfchen. Nun ist halt die Frage ob es sich bei deinen winzigen schwarzen Larven nicht um den Kot jener Larve handelte. Die Blattminen enthalten in der Regel nur eine einzige Larve die bereits nach 4 Wochen die Mine verläßt, zu Boden fällt und sich dort verpuppt. Zurück bleiben leere mit winzigen Kotströllchen gefüllte Blattminen. Liebe Sabine, mit was konkreterem kann ich leider nicht dienen aber vielleicht war es ja , wie schon erwähnt, ein Hinweis in die richtige Richtung.
17.06.2010 an Sommerlinde Tilia phtyphyllos: Lindenknospengallmücke Contarinia tiliarumam
meiner Ansicht nach richtig bestimmt, zumindest kann ich in meiner Literatur nichts vergleichbares finden.
24.06.2010 an Sommerlinde Tilia platyphyllos: Unbekannte Galle, Arbeitstitel "Stielgalle"
da kann ich im Moment noch nichts dazu sagen. Ich bleibe aber am Ball.
am 24.06.2010 an Giersch Aegopodium podagraria: Schlauchpilz Protomyces macrosporus
da hat dir ja Detlef schon die korrekte Bestimmung geliefert.
am 16.06.2010 an Brennessel Urtica spec.: Unbekannte Galle
da kann ich leider auch nichts zur Aufklärung beitragen. Ich habe diese " Gallen " selbst noch nicht gesehen und weder meine Literatur noch Internetrecherchen geben da was gescheites her.
Ok, es war nicht viel aber ich hoffe dir wenigsten ein klein bischen weiter geholfen zu haben.
schönes Wochenende noch.
Harry
Dass man immer noch lernen kann ist herrlich, und auch dass man andere dazu braucht.
- Julia
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Re: Einige Phytoparasiten aus 2010
Huhu!
Das Blatt mit der Stielgalle halte ich für Hasel (Corylus avellana).
lg Jule
Das Blatt mit der Stielgalle halte ich für Hasel (Corylus avellana).
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- mykologicus
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Re: Einige Phytoparasiten aus 2010
Lieber Harry, Detlef und Julia,
@Julia: danke sehr für deine Bestimmungskorrektur des Blattes mit der Stielgalle als Haselnussblatt.
@Harry: vielen herzlichen Dank für deine umfangreiche Antwort, obwohl dir die Zeit wegläuft. Über deine Bestätigung der Lindenknospengallmücke habe ich mich gefreut, die ist ja auch recht markant.
Zur Mine an Populus alba:
Es wird sich wohl nicht mehr klären lassen, ob ich in der Mine Kotbällchen gefunden habe oder ob es Tierlarven waren. Man sollte doch alles fotografieren oder zumindest Notizen machen. Ich laufe schon immer mit einem Notizblock herum und einem Halsband, an dem ein durchsichtiges Lineal und eine Einschlaglupe hängen. Aber man kann wohl gar nicht genau genug beobachten.
Zur Blattwespe Messa hortulana habe ich auch nicht viel gefunden, bei hymis.de ist noch nicht mal die Gattung zu finden. Die Web-Recherche hat sich allerdings deine Aussage untermauert, dass die Blattwespenlarven weißlich mit schwarzem Kopf sind. Die als Zeichnung abgebildete Galle ist dreidimentsional und paßt nicht zur Mine. Somit kann man Messa hortulana wohl ausschließen. Und die Idee, die Mine durchzuzüchten ist angesichts deiner Aussage, dass die Tiere sich in der Erde verpuppen, nochmal zu überdenken. Auf jeden Fall werde ich dieses Jahr nochmal nach den Minen suchen, zumindest um herauszufinden, ob eine Larve oder Kotbällchen enthalten sind. Und dann kann man die Mine in ein Glas mit Erde stecken. Also abwarten.
Zur Galle an Brennessel Urtica spec.:
Da bin ich nun allerdings ein Stückchen weiter gekommen. Bei BUHR gibt es eine Abbildung von der Mückengalle Dasineura urticae. Die hatte ich auch schon in 2008: Bei commanster.eu wird genau diese Galle in weinrötlicher Farbe abgebildet, wie sie mein Fund aus 2010 zeigt:
http://www.commanster.eu/commanster/Ins ... ra.urticae
Zur "Stielgalle":
Sucht man im Web nach "Corylus avellana + gall" wird als Treffer diese Seite ausgespuckt:
http://www.uni-graz.at/walter.obermayer ... llana.html
Leider sind die sehr guten Fotos nicht weiter beschriftet, so dass ich die Galle nicht eindeutig ausmachen kann.
Fragt man Tante Wiki, dann sind hier allerdings einige Richtungen angegeben, in die ich weiter forschen kann. Als Insekten an Gemeiner Haselnuss werden genannt:
Haselnussbohrer (Curculio nucum),
Haselmaskenzikade (Oncopsis avellanae),
Ochsenlaubzikade (Edwardsiana avellanae),
Dornenlaubzikade (Edwardsiana spinigera)
Pflanzenläuse wie Myzocallis coryli und
Haselnussblattlaus (Corylobium avellanae).
Wenn ich in der Richtung noch weiterkomme, werde ich die Ergebnisse hier nachliefern. Falls ihr zufällig etwas findet, würde ich mich natürlich auch freuen.
Viele Grüße Sabine
@Julia: danke sehr für deine Bestimmungskorrektur des Blattes mit der Stielgalle als Haselnussblatt.
@Harry: vielen herzlichen Dank für deine umfangreiche Antwort, obwohl dir die Zeit wegläuft. Über deine Bestätigung der Lindenknospengallmücke habe ich mich gefreut, die ist ja auch recht markant.
Zur Mine an Populus alba:
Es wird sich wohl nicht mehr klären lassen, ob ich in der Mine Kotbällchen gefunden habe oder ob es Tierlarven waren. Man sollte doch alles fotografieren oder zumindest Notizen machen. Ich laufe schon immer mit einem Notizblock herum und einem Halsband, an dem ein durchsichtiges Lineal und eine Einschlaglupe hängen. Aber man kann wohl gar nicht genau genug beobachten.
Zur Blattwespe Messa hortulana habe ich auch nicht viel gefunden, bei hymis.de ist noch nicht mal die Gattung zu finden. Die Web-Recherche hat sich allerdings deine Aussage untermauert, dass die Blattwespenlarven weißlich mit schwarzem Kopf sind. Die als Zeichnung abgebildete Galle ist dreidimentsional und paßt nicht zur Mine. Somit kann man Messa hortulana wohl ausschließen. Und die Idee, die Mine durchzuzüchten ist angesichts deiner Aussage, dass die Tiere sich in der Erde verpuppen, nochmal zu überdenken. Auf jeden Fall werde ich dieses Jahr nochmal nach den Minen suchen, zumindest um herauszufinden, ob eine Larve oder Kotbällchen enthalten sind. Und dann kann man die Mine in ein Glas mit Erde stecken. Also abwarten.
Zur Galle an Brennessel Urtica spec.:
Da bin ich nun allerdings ein Stückchen weiter gekommen. Bei BUHR gibt es eine Abbildung von der Mückengalle Dasineura urticae. Die hatte ich auch schon in 2008: Bei commanster.eu wird genau diese Galle in weinrötlicher Farbe abgebildet, wie sie mein Fund aus 2010 zeigt:
http://www.commanster.eu/commanster/Ins ... ra.urticae
Zur "Stielgalle":
Sucht man im Web nach "Corylus avellana + gall" wird als Treffer diese Seite ausgespuckt:
http://www.uni-graz.at/walter.obermayer ... llana.html
Leider sind die sehr guten Fotos nicht weiter beschriftet, so dass ich die Galle nicht eindeutig ausmachen kann.
Fragt man Tante Wiki, dann sind hier allerdings einige Richtungen angegeben, in die ich weiter forschen kann. Als Insekten an Gemeiner Haselnuss werden genannt:
Haselnussbohrer (Curculio nucum),
Haselmaskenzikade (Oncopsis avellanae),
Ochsenlaubzikade (Edwardsiana avellanae),
Dornenlaubzikade (Edwardsiana spinigera)
Pflanzenläuse wie Myzocallis coryli und
Haselnussblattlaus (Corylobium avellanae).
Wenn ich in der Richtung noch weiterkomme, werde ich die Ergebnisse hier nachliefern. Falls ihr zufällig etwas findet, würde ich mich natürlich auch freuen.
Viele Grüße Sabine
Liebe Grüße Sabine
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Der Mensch muss sich in die Natur schicken;
aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.
Immanuel Kant (1724 - 1804)
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Andricus
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Re: Einige Phytoparasiten aus 2010
Hallo mykologicus,
wie Harry schon schrieb, handelt es sich bei den schwarzen Flecken auf dem Pappelblatt um Blattminen, genauer gesagt um Platzminen im Unterschied zu langen schlanken Gangminen. Die Minen entstehen, wenn die Larve(n) des Erregers die Parenchymzellen des Blattes zwischen den Epidermen fressen und dabei charakteristische Strukturen entstehen. Auch die Art der Kotablagerung ist ein wichtiges Merkmal.
Bei Deinem Foto handelt es sich um die Platzminen eines Blattkäfers aus der Familie der Chrysomelidae, wobei vier nur am Imago zu unterscheidende Arten möglich sind. Eine Züchtung der Tiere im Sommer lohnt sich also doch noch!
Am häufigsten kommt bei uns der Käfer Zeugophora flavicollis MRSH. vor, dessen Larven gesellig in der schwärzlichen nicht durchsichtigen Mine in 2 Generationen vom Juni bis September leben. Dieser Käfer kommt in ganz Europa incl. Groß Britannien vor und lebt hauptsächlich an P. nigra L. und Salix.
Lit.: E.M.Hering: Bestimmungstabellen der Blattminen von Europa, 'S-Gravenhage 1957
Mit den besten Grüßen
Andricus
wie Harry schon schrieb, handelt es sich bei den schwarzen Flecken auf dem Pappelblatt um Blattminen, genauer gesagt um Platzminen im Unterschied zu langen schlanken Gangminen. Die Minen entstehen, wenn die Larve(n) des Erregers die Parenchymzellen des Blattes zwischen den Epidermen fressen und dabei charakteristische Strukturen entstehen. Auch die Art der Kotablagerung ist ein wichtiges Merkmal.
Bei Deinem Foto handelt es sich um die Platzminen eines Blattkäfers aus der Familie der Chrysomelidae, wobei vier nur am Imago zu unterscheidende Arten möglich sind. Eine Züchtung der Tiere im Sommer lohnt sich also doch noch!
Am häufigsten kommt bei uns der Käfer Zeugophora flavicollis MRSH. vor, dessen Larven gesellig in der schwärzlichen nicht durchsichtigen Mine in 2 Generationen vom Juni bis September leben. Dieser Käfer kommt in ganz Europa incl. Groß Britannien vor und lebt hauptsächlich an P. nigra L. und Salix.
Lit.: E.M.Hering: Bestimmungstabellen der Blattminen von Europa, 'S-Gravenhage 1957
Mit den besten Grüßen
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Re: Einige Phytoparasiten aus 2010
Lieber Andricus,
für die ausführlichen Informationen zur gefundenen Mine an Populus alba danke ich sehr herzlich! Das ist so konkret, dass man damit gut weiter recherchieren kann. Was ich auch getan habe.
Eine Abbildung des adulten Käfers habe ich hier gefunden:
http://www.kaefer-der-welt.de/zeugophor ... collis.htm
Des weiteren bin ich auf eine Seite in den Niederlanden gestoßen, die wie die dt. Seite pflanzengallen.de sehr ausführlich ist:
http://www.bladmineerders.nl/gallen/gallenlijst.htm
Erfreulicherweise ist diese Seite sogar zweisprachig aufgemacht in niederländisch und englisch. Die Übersichtsseite gallenlijst führt in der linken Spalte die Liste der Wirte und rechts die Liste der Gallenerzeuger alphabetisch auf.
Ein Steckbrief von Zeugophora flavicollis befindet hier auf der Seite:
http://www.bladmineerders.nl/minersf/co ... collis.htm
Nach Deinen Ausführungen wäre es nun tatsächlich spannend, dieses Jahr die Minen wieder zu suchen und zu züchten. Ich gehe mal davon aus, dass ein mit Erde halb gefülltes Glas, in das minierte Blätter gelegt werden, geeignet sein sollten?
Herzlichen Dank nochmals für die Antwort, das hat ein riesiges Stück weiter gebracht!
Herzliche Grüße
Sabine
für die ausführlichen Informationen zur gefundenen Mine an Populus alba danke ich sehr herzlich! Das ist so konkret, dass man damit gut weiter recherchieren kann. Was ich auch getan habe.
Eine Abbildung des adulten Käfers habe ich hier gefunden:
http://www.kaefer-der-welt.de/zeugophor ... collis.htm
Des weiteren bin ich auf eine Seite in den Niederlanden gestoßen, die wie die dt. Seite pflanzengallen.de sehr ausführlich ist:
http://www.bladmineerders.nl/gallen/gallenlijst.htm
Erfreulicherweise ist diese Seite sogar zweisprachig aufgemacht in niederländisch und englisch. Die Übersichtsseite gallenlijst führt in der linken Spalte die Liste der Wirte und rechts die Liste der Gallenerzeuger alphabetisch auf.
Ein Steckbrief von Zeugophora flavicollis befindet hier auf der Seite:
http://www.bladmineerders.nl/minersf/co ... collis.htm
Nach Deinen Ausführungen wäre es nun tatsächlich spannend, dieses Jahr die Minen wieder zu suchen und zu züchten. Ich gehe mal davon aus, dass ein mit Erde halb gefülltes Glas, in das minierte Blätter gelegt werden, geeignet sein sollten?
Herzlichen Dank nochmals für die Antwort, das hat ein riesiges Stück weiter gebracht!
Herzliche Grüße
Sabine
Liebe Grüße Sabine
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