Ein Rätsel in Rot - Phytoparasit? - Teil 3 - "das Rote"

Spezialforum zum Thema phytoparasitische Kleinpilze ( Rost, Brand, Mehltaupilze etc. ) und tierische Gallen an Wild.- und Nutzpflanzen. Forumsstart - 15.07.2006
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Herriot
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Ein Rätsel in Rot - Phytoparasit? - Teil 3 - "das Rote"

Ungelesener Beitrag von Herriot »

Ergänzend zu den Teilen 1 und 2 nun die Fotos des rätselhaften roten Gebildes..
Nochmals viele Grüße und die Spannung steigt...
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Dedimyk
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Re: Ein Rätsel in Rot - Phytoparasit? - Teil 3 - "das Rote"

Ungelesener Beitrag von Dedimyk »

Hallo in die Runde,
nach langer Auszeit, bedingt durch die Intensivstpflege meiner Frau die abrupt durch ihren Tod am 1.2.2020 beendet wurde will ich mich wieder in Erinnerung bringen und mache auch sofort einen Vorschlag zu diesem mysteriosen Befall machen:
Ich glaube, dass es sich um einen Myxomyceten ( Schleimpilz ) handeln könnte, bin mir aber nicht sicher, was meinst Du Julia ?

Detlef
Detlef, der Freund der Phytoparasiten

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Harry
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Re: Ein Rätsel in Rot - Phytoparasit? - Teil 3 - "das Rote"

Ungelesener Beitrag von Harry »

Hallo Detlef,

schön mal wieder was von dir zu hören. Der Tod deiner Frau tut mit leid. Ich denke wenn der Partner nach jahrzehntelangem Zusammensein einem von der Seite geht ist das doch ein sehr schmerzlicher Verlust. Das muss man erst mal verdauen.

Aber zu Herriots rotem Rätsel. Schau dir bitte mal Teil 1 an. Dort sind schon zwei Antworten eingefügt worden. Bei einem telefonischen Gespräch hat er mir vor knapp 2 Wochen bestätigt, dass Volker´s Vermutung mit der Signalfarbe wohl ein Volltreffer war. Er wollte die Lösung auch hier im Forum veröffentlichen.

Gruß
Harry
Dass man immer noch lernen kann ist herrlich, und auch dass man andere dazu braucht.

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Herriot
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Re: Ein Rätsel in Rot - Phytoparasit? - Teil 3 - "das Rote"

Ungelesener Beitrag von Herriot »

Lieber Harry,
zunächst bitte ich um Nachsicht, dass es nach unserem Telefonat noch so lange gedauert hat, bis ich endlich die Lösung des Rätsels hier einstelle. Das hatte einen Grund: Meine liebe Gattin ist coronabedingt vollständig von der Arbeit freigestellt, entdeckte in ungeahntem Ausmaß Optimierungspotential in Haus und Garten und hat sich freundlicherweise sogar bereit erklärt, die Ausführung der Arbeiten von früh bis spät fachlich zu begleiten. Ich denke, mehr muss ich dazu nicht sagen....

Nochmals herzlichen Dank an Dich, die von Dir eingebundenen Gurus der verschiedenen Fachdisziplinen und natürlich auch an unsere Forums-Göttin Julia für die Bemühungen, das Rätsel zu lösen. Und Du hast es ja bereits angedeutet, Volker traf mit seiner Farbspritzerhypothese voll ins Schwarze! Bei der roten Substanz auf dem Moostrieb handelt es sich um Forstmarkierungsfarbe. Für ausschließlich mykologisch Interessierte ist die Angelegenheit an dieser Stelle im Grunde bereits erledigt.

Das Weiterlesen lohnt, wenn man an Verhaltensweisen von Spinnen interessiert ist, die mir persönlich jedenfalls in dieser Form noch nicht bekannt waren. Vor allem aber würde ich mich über Forumsmitglieder freuen, die über bessere Kenntnisse der Pflanzenmorphologie verfügen als ich und bei der Identifizierung der kugelartigen roten Gebilde helfen können, die an Sporangien erinnern. Bilden Moose Sporenbehälter o.ä. in dieser Art aus, die seitlich des Triebs befestigt sind wie auf verschiedenen Fotos in Teil 3 zu sehen?

Und um die Antwort auf entsprechende Einwände gleich vorwegzunehmen: Ja, ich hätte Volkers Farbspritzerhypothese bereits überprüfen können, als Du sie in Deiner Antwort vom 21. März erwähnt hast. Schließlich gab es ja die rot besprühten Markierungslatten an neu gepflanzten Sträuchern, die Dir auf einigen Fotos aufgefallen waren. Dass ich das zunächst nicht tat, steht laut meiner Frau in Verbindung mit einer Charaktereigenschaft, die bei „Gehörnten“ wie mir (Sternzeichen Stier) vermehrt auftrete, bedingt durch eine kräftige Hornplatte hinter den Hörnern, die dem präfrontalen Cortex vorgelagert sei und dessen Funktion bisweilen beeinträchtige. Meines Ermessens ein fragwürdiges, esoterisch geprägtes Vorurteil, das geeignet ist, ganze Bevölkerungsgruppen pauschal zu verunglimpfen und in gefährlicher Weise zu diffamieren. Ein Gespräch mit ihr hierüber ist jedoch erfahrungsgemäß nicht zielführend - meine Frau kommt aus dem nördlichen Saarland im Übergang zum Schwarzwälder Hochwald, dem Lebensraum eines erfahrungsgemäß sehr sturen Menschenschlags ;). Tatsächlich folge ich mit einer, wie ich finde, durchaus positiv zu wertenden Beharrlichkeit solange der m.E. nächstliegenden Logik, bis das Gegenteil bewiesen ist. Und die Farbspritzerhypothese erschien mir zunächst vor allem aus folgendem Grund als abwegig:

Auch im weiteren Umfeld der Fundstelle am Weidenstamm gibt es definitiv weder ein Spinnennetz noch Spuren von Markierungsfarbe. Dass der Moostrieb aber zufällig von der Markierungslatte aus etwa 10m bis zur Fundstelle geflogen sein soll, ist äußerst unwahrscheinlich. Das offensichtlich bewußte Umwickeln mehrerer Punkte mit einem Spinnfaden spricht vielmehr dafür, dass eine Spinne das Gebilde gezielt an der geschützten Fundstelle am höchsten Punkt des Stammes auf der vor Wind und Niederschlag geschützten Ostseite befestigt hat – hier noch mal im Detail:
R_4.jpg
R_4.jpg (108.82 KiB) 1510 mal betrachtet
Da aber in der Natur bekanntlich nichts Überflüssiges geschieht, stellte sich die Frage, welchen Zweck die Spinne damit verfolgte, bzw. was eine Spinne dazu bewegen sollte, einen Moostrieb mit roter Farbmarkierung an dieser Stelle zu positionieren. Damit Insekten anlocken zu wollen, scheidet wohl aus, da Insekten meines Wissens die Farbe Rot nicht wahrnehmen. Folglich erschien mir naheliegend, zu überprüfen, ob es sich bei der roten Substanz um einen Stoff handelt, der für die Ernährung der Spinne von Bedeutung ist, eventuell als Überbrückungshilfe, bzw. Nahrungsergänzung in der insektenarmen Winterzeit.

Um dies zu klären, nahm ich Kontakt mit PD Dr. Martin Nyffeler vom Fachbereich Zoologie an der Universität Basel auf, einem ausgewiesenen Fachmann für die pflanzliche Ernährung bei Spinnen. In einem Artikel im Journal of Arachnology vom April 2016 berichtet Dr. Nyffeler von mehr als 60 Spinnenarten aus 10 Familien, die sich ergänzend auch pflanzlich ernähren. Je nach Art stehen stehen dabei mal Nektar, Pflanzensaft und Honigtau, mal Blattgewebe, Pollen und Samen auf dem Menüplan.
Hier der Link zur Zusammenfassung des Artikels:
https://bioone.org/journals/The-Journal ... 45.1.short
sowie Berichte darüber in deutschen Medien:
https://www.laborpraxis.vogel.de/vegeta ... -a-526013/
https://www.scinexx.de/news/biowissen/a ... getarisch/

Äußerst interessant in gleichem Zusammenhang auch eine Entdeckung von Wissenschaftlern in Zentralamerika. Die Springspinne Bagheera kiplingii lebt dort in Symbiose mit Akazien, schützt diese vor Pflanzenfressern und erhält im Gegenzug Nektar sowie bestimmte nährstoffreiche Blattspitzen - sogenannte Belt'sche Körperchen - als Nahrung. Hier der Link zu einem entsprechenden Bericht:
https://www.wissenschaft-aktuell.de/art ... 86390.html

Äußerst bemerkenswert an dieser Springspinne ist auch der Umstand, dass die männliche Spinne sich an der Brutpflege beteiligt, was die Forscher zu der Frage bewegte, ob und inwieweit die Umstellung auf überwiegend vegetarische Ernährung einen Einfluß auf das Sozialverhalten hat. Dazu sind weitere Studien geplant, auf deren Ergebnis man gespannt sein darf. Wobei – mein erster Impuls war ja der Gedanke, ob es da möglicherweise einen Deal mit der weiblichen Spinne gibt: Hilfe bei der Brutpflege gegen Verzicht auf das ansonsten meist übliche Verzehren des Samenspenders nach der Begattung....

Wie auch immer, bei den „Belt'schen Körperchen“, die bis zu 90% der vegetarischen Spinnenkost darstellen, dachte ich unvermittelt an die beiden sporangienartigen roten Gebilde an meinem Fund und hoffte auf eine Rückmeldung aus Basel, die einen entsprechenden Zusammenhang bestätigte.

Zu meinem Bedauern teilte Dr. Nyffeler aber mit, nach Prüfung sei ihm selbst kein biologisches Phänomen bekannt, das dem roten Gebilde ähnele und in irgend einer Weise mit der Biologie der Spinnen im Zusammenhang stünde. Gegebenenfalls wäre das auch früher schon anderen Beobachtern aufgefallen, da solche Ereignisse jeweils in Mustern aufträten, d.h. sich wiederholten.

Erst nachdem dieser Punkt geklärt war, folgte für mich als nächster logischer Schritt die Untersuchung von Volkers Farbspritzerhypothese und ich hatte insofern Glück, als der Pflanztrupp einen Crataegus etwas „struddelig“ eingepflanzt hatte, wie man bei uns sagt. So kam es, dass noch einige Feinwurzeln aus dem Pflanzloch ragten, als man eine Markierungslatte einschlug und diese besprühte. In ihrer äußeren Struktur sind diese Feinwurzeln dem Moostrieb sehr ähnlich und so zeigte sich unter dem Mikroskop eindeutig: Volker hat recht, bei der Substanz auf den Feinwurzeln handelt es sich nach Farbe und Struktur eindeutig um die gleiche wie auf dem Moostrieb - in beiden Fällen also Forstmarkierungsfarbe!
Crataeguswurzel.jpg
Crataeguswurzel.jpg (106.93 KiB) 1510 mal betrachtet
Originalwert Bild aufgenommen am/um:
2020:03:25 22:46:23
Bild aufgenommen am/um:
Mi 25. Mär 2020, 21:46
Brennweite:
50 mm
Belichtungszeit:
1/100 Sek
Blendenwert:
f/0
ISO:
200
Weißabgleich:
Automatisch
Blitz:
Blitz nicht ausgelöst, Erzwungener Blitzmodus
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Canon
Kamera-Modell:
Canon EOS 600D
Belichtungsmodus:
Manuell
Belichtungskorrektur:
0 EV
Belichtungsmessung:
Muster
Der Ursprung der roten Substanz war somit geklärt, leider also kein mykologischer Hintergrund.
Zum Ablauf, wie die Farbe auf den Moostrieb gekommen sein könnte, habe ich nach langjähriger landschaftsgärtnerischer Erfahrung folgende Idee:
Um die Hände für die Pflanzung des Crataegus frei zu haben, legte man die Markierungslatte oben auf die Mauer direkt neben dem Pflanzloch, u.a auf ein Polster des dort wachsenden Mooses. Dabei verfing sich ein Moostrieb an der schnittrauen Latte, blieb auch beim Einschlagen hängen und wurde zusammen mit der Latte besprüht. Wieso die sporangienartigen Gebilde, wie auf allen Fotos in Teil 3 zu sehen, allerdings rundum gleichmäßig mit der Farbe bedeckt sind, der angrenzende Trieb aber nicht, bleibt wohl ebenso ein Geheimnis, wie die Frage, wie der Trieb dann an die etwa 10m entfernte Fundstelle oben am Weidenstamm kam und warum er dort von der Spinne befestigt wurde:
Position.jpg
Position.jpg (176.67 KiB) 1510 mal betrachtet
Dieser Hauch des Geheimnisvollen soll auch gerne bleiben. Auch der besondere Reiz der Mona Lisa liegt schließlich in ihrem bis heute nicht geklärten geheimnisvollen Lächeln. Das grazile rote Gebilde ist und bleibt jedenfalls wunderschön und findet - eingegossen in Kunstharz zusammen mit der Spinne, die dieser Tage tot an ihrem Faden unterhalb der Fundstelle hing - einen Platz im Wohnzimmerschrank neben vielen anderen Exkursions-Fundstücken unserer Kinder.

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Herriot
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Re: Ein Rätsel in Rot - Phytoparasit? - Teil 3 - "das Rote"

Ungelesener Beitrag von Herriot »

Und natürlich einen herzlichen Gruß, lieber Harry, bleib gesund!
Herriot

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