Hallo zusammen,
mich würde interessieren, welche Pilzart ich hier vorstelle:
Schöne Osterfeiertage
Gerd
Ein kleines Pilzrätsel
Moderator: Harry
Ein kleines Pilzrätsel
- Ich mache nur Bestimmungsvorschläge und keine Essensfreigabe.
- Harry
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Nikon Z5
Olympus Tough TG-6 - Pilzverein: Pilzfreunde Saar - Pfalz e.V.
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Re: Ein kleines Pilzrätsel
Hallo Gerd,
ich habe das Bild schon bei den Missbildungen gesehen und kann mir keinen richtigen Reim darauf machen. Wegen des glatten Hymeniums könnte es vielleicht was in Richtung Stereum sein.
Gruß
Harry
ich habe das Bild schon bei den Missbildungen gesehen und kann mir keinen richtigen Reim darauf machen. Wegen des glatten Hymeniums könnte es vielleicht was in Richtung Stereum sein.
Gruß
Harry
Dass man immer noch lernen kann ist herrlich, und auch dass man andere dazu braucht.
-
Rita
Re: Ein kleines Pilzrätsel
Hallo Gerd,
wenn er denn rötet und das Holz Nadelholz ist würde ich auf Stereum sanguinolentum tippen!
LG
Rita
wenn er denn rötet und das Holz Nadelholz ist würde ich auf Stereum sanguinolentum tippen!
LG
Rita
Re: Ein kleines Pilzrätsel
Hallo Rita, hallo Harry,
zuerst einmal herzlichen Dank, dass ihr euch an diesem Rätsel beteiligt.
Das ist die Gattung (Stereum, Schichtpilz), die gesucht wird.
--------------
Ich wiederhole, was ich bei der Vorstellung dieses Bildes im "Unterforum Missbildungen" an Zusatzinfos gegeben habe:
---> Ihr solltet dabei allerdings über den "eigenen Schatten" springen und könnt nicht erwarten, dass euch diese "Wuchsform" (sonst hätte ich sie nicht bei "Missbildungen" eingetellt) schon über den "Weg gelaufen" ist.
Liebe Grüße
Gerd
zuerst einmal herzlichen Dank, dass ihr euch an diesem Rätsel beteiligt.
--->Harry hat geschrieben: ich habe das Bild schon bei den Missbildungen gesehen und kann mir keinen richtigen Reim darauf machen. Wegen des glatten Hymeniums könnte es vielleicht was in Richtung Stereum sein.
---> Mit der Art liegst du leider danebenRita hat geschrieben: wenn er denn rötet und das Holz Nadelholz ist würde ich auf Stereum sanguinolentum tippen!
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Ich wiederhole, was ich bei der Vorstellung dieses Bildes im "Unterforum Missbildungen" an Zusatzinfos gegeben habe:
- Und wenn man die Farbe des Hymeniums und die Ausprägung der Hutkanten beachtet, dass sollte die "endgülige" Art-Wahl innerhalb dieser kleinen Gattung nicht mehr allzu schwer sein.Gerd hat geschrieben: - An den Trennlinien sieht man sehr deutlich, dass hier mehrere Fruchtkörper (nicht sehr typisch für diese Art) miteinander verwachsen sind.
---> Ihr solltet dabei allerdings über den "eigenen Schatten" springen und könnt nicht erwarten, dass euch diese "Wuchsform" (sonst hätte ich sie nicht bei "Missbildungen" eingetellt) schon über den "Weg gelaufen" ist.
Liebe Grüße
Gerd
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Re: Ein kleines Pilzrätsel
Hallo Gerd,
da ich ja die Gattung richtig getroffen habe, wage ich mich mal einen Schritt weiter und lege mich auf Stereum subtomentosum fest.
Du hast im übrigen völlig recht wenn du behauptest das mir diese Wuchsform noch nie " über den Weg gelaufen " ist. Bin schon gespannt ob ich richtig liege.
Gruß
Harry
da ich ja die Gattung richtig getroffen habe, wage ich mich mal einen Schritt weiter und lege mich auf Stereum subtomentosum fest.
Du hast im übrigen völlig recht wenn du behauptest das mir diese Wuchsform noch nie " über den Weg gelaufen " ist. Bin schon gespannt ob ich richtig liege.
Gruß
Harry
Dass man immer noch lernen kann ist herrlich, und auch dass man andere dazu braucht.
Re: Ein kleines Pilzrätsel
Hallo Harry,
dann löse ich "mein Rätsel" einmal auf.
Stereum subtomentosum (samtiger Schichtpilz) ist richtig.
Nach meinen Zusatzinformationen und dem Ausschluss von Stereum sanguinolentum war klar, dass es sich um eine "Laubholzart" handelt:
- Übrigens hatte ich den Fruchtkörper vor der Aufnahme „geärgert“ und „kein Röten“ festgestellt.
- Und zusätzlich habe ich überprüft, ob der „resupinate Teil“ des Fruchtkörpers fest mit dem Substrat verbunden ist.
---> War er nicht, die Fruchtkörper lagen recht locker auf dem Substrat und nur „fast punktförmig“ mit sehr kurzem, angedeutetem Stielchen am Substrat angewachsen.
===> Mit diesen Zusatz-Merkmalen war natürlich die Bestimmung recht einfach und unkritisch, zumal gleich nebenan („seitlich“ am gleichen Stamm) normal ausgeprägte Fruchtkörper wuchsen.
-------------------
Die Bestimmung nur nach dem gezeigten Bild ist sicher nicht sehr einfach, da man kaum eine „Abbildung oder Beschreibung“ einer Stereum-„Laubholzart“ finden wird, die derartige Fruchtkörper zeigen. Aber, wenn man sich das Bild nochmals genau anschaut, findet man doch einige Details, die eine Bestimmung zulassen.
Man kann auf dem Bild folgendes erkennen:
(1) Hier sind (beachte blau markierte Grenzlinien) mehrere Fuchtkörper zusammengewachsen und "rot markiert" zeige ich eine "punktförmige" Anwuchstelle am Substrat.
(2) Der Fruchtkörper tendiert (vergleiche den Hut des frei wachsenden Fruchtkörpers links oben) zu einer sehr deutlich ausgeprägten Hutkanten-Bildung.
(3) Die Hutoberfläche ist gezont, rel. kurzhaarig/samtig und teilweise durch Algenwuchs "grünlich" gefärbt.
(4) Farbe und rel. glatte/nicht runzelige Oberfläche des Hymeniums
(5) Der Hutrand erscheint etwas heller zu sein.
(6) Vor lauter Freude über den Fund, habe ich mir leider das Substrat nicht notiert. Laubholz ja, aber sicher keine Eiche!
----------------------
Und jetzt versuche ich einmal, diese Merkmale zu bewerten:
(a) Rötende Arten; kann man bereits wegen der fehlenden Rotverfärbung ausschließen. Ansonsten:
S. rugosum, Rötender Runzel-Schichtpilz
---> Schließe ich aus, da diese Art nur sehr kurze Hutkanten bildet und das Hymenium "runzliger" ist.
S. gausapatum, Zottiger Eichen-Schichtpilz:
---> Schließe ich aus, da Hymenium-Farbe/-Oberfläche, die glatten und ausgeprägten Hutkanten nicht zu dieser Art passen.
(b) Nicht "rötende" Arten:
S. hirsutum, Striegeliger Schichtpilz
---> Schließe ich bereits aufgrund der Hymenium-Farbe (nicht einmal Gelb-Töne im Randbereich) aus.
S. rameale (= S. ochraceoflavum), Ästchen-Schichtpilz
---> Schließe ich aus, da diese Art dünnere "Äste" besiedelt und kleinere Fruchtkörper ausbildet.
Tja, jetzt wird es eng und es bleiben nur noch zwei makroskopisch nicht leicht trennbare Arten, die im "Süddeutschem Raum" nachgewiesen wurden, übrig.
(1) S. ostrea (= S. insignitum), Braunsamtiger Schichtpilz
---> Eine Art (---> ENDERLE (2004)), die im Ulmer Kartierungsgebiet noch nicht nachgewiesen ist.
(2) S. subtomentosum, Samtiger Schichtpilz
---> Eine +- pileat wachsende Art, die typisch nur "punktförmig", oft mit kleinem Stielchen am Substrat angewachsen ist. Doch wenn man sich die "sonstigen" Merkmale im Detail anschaut und bewertet findet man da doch eine gute Übereinstimmung.
- Ach ja, solche Fruchtkörper (alle auf der Oberseite eines liegenden Stamms) gab es mehrere zu bewundern.
---> Klar dürfte sein, dass bei dem von mir gezeigten "völlig untypischen" Fruchtkörper jeder "Schlüsselversuch" scheidern wird.
Liebe Grüße
Gerd
PS.:
- Dieses Bild hatten ich vor einigen Jahren Hier diskutiert. Und da siehst du, dass auch andere Pilzkenner Bestimmungsprobleme hatten.
- So und jetzt werde ich meinen Beitrag im Unterforum "Missbildungen" fortführen.
dann löse ich "mein Rätsel" einmal auf.
Harry hat geschrieben: da ich ja die Gattung richtig getroffen habe, wage ich mich mal einen Schritt weiter und lege mich auf Stereum subtomentosum fest.
Du hast im übrigen völlig recht wenn du behauptest das mir diese Wuchsform noch nie " über den Weg gelaufen " ist. Bin schon gespannt ob ich richtig liege.![]()
Nach meinen Zusatzinformationen und dem Ausschluss von Stereum sanguinolentum war klar, dass es sich um eine "Laubholzart" handelt:
- Übrigens hatte ich den Fruchtkörper vor der Aufnahme „geärgert“ und „kein Röten“ festgestellt.
- Und zusätzlich habe ich überprüft, ob der „resupinate Teil“ des Fruchtkörpers fest mit dem Substrat verbunden ist.
---> War er nicht, die Fruchtkörper lagen recht locker auf dem Substrat und nur „fast punktförmig“ mit sehr kurzem, angedeutetem Stielchen am Substrat angewachsen.
===> Mit diesen Zusatz-Merkmalen war natürlich die Bestimmung recht einfach und unkritisch, zumal gleich nebenan („seitlich“ am gleichen Stamm) normal ausgeprägte Fruchtkörper wuchsen.
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Die Bestimmung nur nach dem gezeigten Bild ist sicher nicht sehr einfach, da man kaum eine „Abbildung oder Beschreibung“ einer Stereum-„Laubholzart“ finden wird, die derartige Fruchtkörper zeigen. Aber, wenn man sich das Bild nochmals genau anschaut, findet man doch einige Details, die eine Bestimmung zulassen.
Man kann auf dem Bild folgendes erkennen:
(1) Hier sind (beachte blau markierte Grenzlinien) mehrere Fuchtkörper zusammengewachsen und "rot markiert" zeige ich eine "punktförmige" Anwuchstelle am Substrat.
(2) Der Fruchtkörper tendiert (vergleiche den Hut des frei wachsenden Fruchtkörpers links oben) zu einer sehr deutlich ausgeprägten Hutkanten-Bildung.
(3) Die Hutoberfläche ist gezont, rel. kurzhaarig/samtig und teilweise durch Algenwuchs "grünlich" gefärbt.
(4) Farbe und rel. glatte/nicht runzelige Oberfläche des Hymeniums
(5) Der Hutrand erscheint etwas heller zu sein.
(6) Vor lauter Freude über den Fund, habe ich mir leider das Substrat nicht notiert. Laubholz ja, aber sicher keine Eiche!
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Und jetzt versuche ich einmal, diese Merkmale zu bewerten:
(a) Rötende Arten; kann man bereits wegen der fehlenden Rotverfärbung ausschließen. Ansonsten:
S. rugosum, Rötender Runzel-Schichtpilz
---> Schließe ich aus, da diese Art nur sehr kurze Hutkanten bildet und das Hymenium "runzliger" ist.
S. gausapatum, Zottiger Eichen-Schichtpilz:
---> Schließe ich aus, da Hymenium-Farbe/-Oberfläche, die glatten und ausgeprägten Hutkanten nicht zu dieser Art passen.
(b) Nicht "rötende" Arten:
S. hirsutum, Striegeliger Schichtpilz
---> Schließe ich bereits aufgrund der Hymenium-Farbe (nicht einmal Gelb-Töne im Randbereich) aus.
S. rameale (= S. ochraceoflavum), Ästchen-Schichtpilz
---> Schließe ich aus, da diese Art dünnere "Äste" besiedelt und kleinere Fruchtkörper ausbildet.
Tja, jetzt wird es eng und es bleiben nur noch zwei makroskopisch nicht leicht trennbare Arten, die im "Süddeutschem Raum" nachgewiesen wurden, übrig.
(1) S. ostrea (= S. insignitum), Braunsamtiger Schichtpilz
---> Eine Art (---> ENDERLE (2004)), die im Ulmer Kartierungsgebiet noch nicht nachgewiesen ist.
(2) S. subtomentosum, Samtiger Schichtpilz
---> Eine +- pileat wachsende Art, die typisch nur "punktförmig", oft mit kleinem Stielchen am Substrat angewachsen ist. Doch wenn man sich die "sonstigen" Merkmale im Detail anschaut und bewertet findet man da doch eine gute Übereinstimmung.
- Ach ja, solche Fruchtkörper (alle auf der Oberseite eines liegenden Stamms) gab es mehrere zu bewundern.
---> Klar dürfte sein, dass bei dem von mir gezeigten "völlig untypischen" Fruchtkörper jeder "Schlüsselversuch" scheidern wird.
Liebe Grüße
Gerd
PS.:
- Dieses Bild hatten ich vor einigen Jahren Hier diskutiert. Und da siehst du, dass auch andere Pilzkenner Bestimmungsprobleme hatten.
- So und jetzt werde ich meinen Beitrag im Unterforum "Missbildungen" fortführen.
- Ich mache nur Bestimmungsvorschläge und keine Essensfreigabe.