Hallo Harry,
dann löse ich "mein Rätsel" einmal auf.
Harry hat geschrieben:
da ich ja die Gattung richtig getroffen habe, wage ich mich mal einen Schritt weiter und lege mich auf Stereum subtomentosum fest.
Du hast im übrigen völlig recht wenn du behauptest das mir diese Wuchsform noch nie " über den Weg gelaufen " ist. Bin schon gespannt ob ich richtig liege.
Stereum subtomentosum (samtiger Schichtpilz) ist richtig.
Nach meinen Zusatzinformationen und dem Ausschluss von
Stereum sanguinolentum war klar, dass es sich um eine
"Laubholzart" handelt:
- Übrigens hatte ich den Fruchtkörper vor der Aufnahme
„geärgert“ und
„kein Röten“ festgestellt.
- Und zusätzlich habe ich überprüft, ob der „resupinate Teil“ des Fruchtkörpers fest mit dem Substrat verbunden ist.
---> War er nicht, die Fruchtkörper lagen recht locker auf dem Substrat und nur „fast punktförmig“ mit sehr kurzem, angedeutetem Stielchen am Substrat angewachsen.
===> Mit diesen Zusatz-Merkmalen war natürlich die Bestimmung recht einfach und unkritisch, zumal gleich nebenan („seitlich“ am gleichen Stamm) normal ausgeprägte Fruchtkörper wuchsen.
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Die Bestimmung
nur nach dem gezeigten Bild ist sicher nicht sehr einfach, da man kaum eine „Abbildung oder Beschreibung“ einer Stereum-„Laubholzart“ finden wird, die derartige Fruchtkörper zeigen. Aber, wenn man sich das Bild nochmals genau anschaut, findet man doch einige Details, die eine Bestimmung zulassen.

- Stereum_subtomentosum-DSCN1193-Details.jpg (91.36 KiB) 2086 mal betrachtet
Man kann auf dem Bild folgendes erkennen:
(1) Hier sind (beachte blau markierte Grenzlinien) mehrere Fuchtkörper zusammengewachsen und "rot markiert" zeige ich eine "punktförmige" Anwuchstelle am Substrat.
(2) Der Fruchtkörper tendiert (vergleiche den Hut des frei wachsenden Fruchtkörpers links oben) zu einer sehr deutlich ausgeprägten Hutkanten-Bildung.
(3) Die Hutoberfläche ist gezont, rel. kurzhaarig/samtig und teilweise durch Algenwuchs "grünlich" gefärbt.
(4) Farbe und rel. glatte/nicht runzelige Oberfläche des Hymeniums
(5) Der Hutrand erscheint etwas heller zu sein.
(6) Vor lauter Freude über den Fund, habe ich mir leider das Substrat nicht notiert. Laubholz ja, aber sicher keine Eiche!
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Und jetzt versuche ich einmal, diese Merkmale zu bewerten:
(a) Rötende Arten; kann man bereits wegen der fehlenden Rotverfärbung ausschließen. Ansonsten:
S. rugosum, Rötender Runzel-Schichtpilz
---> Schließe ich aus, da diese Art nur sehr kurze Hutkanten bildet und das Hymenium "runzliger" ist.

- StereumRugosum_DSCN3136_g.jpg (125.8 KiB) 2086 mal betrachtet
S. gausapatum, Zottiger Eichen-Schichtpilz:
---> Schließe ich aus, da Hymenium-Farbe/-Oberfläche, die glatten und ausgeprägten Hutkanten nicht zu dieser Art passen.
(b) Nicht "rötende" Arten:
S. hirsutum, Striegeliger Schichtpilz
---> Schließe ich bereits aufgrund der Hymenium-Farbe (nicht einmal Gelb-Töne im Randbereich) aus.
S. rameale (= S. ochraceoflavum), Ästchen-Schichtpilz
---> Schließe ich aus, da diese Art dünnere "Äste" besiedelt und kleinere Fruchtkörper ausbildet.
Tja,
jetzt wird es eng und es bleiben nur noch zwei makroskopisch nicht leicht trennbare Arten, die im "Süddeutschem Raum" nachgewiesen wurden, übrig.
(1)
S. ostrea (= S. insignitum), Braunsamtiger Schichtpilz
---> Eine Art (---> ENDERLE (2004)), die im Ulmer Kartierungsgebiet noch nicht nachgewiesen ist.
(2)
S. subtomentosum, Samtiger Schichtpilz
---> Eine +- pileat wachsende Art, die typisch nur "punktförmig", oft mit kleinem Stielchen am Substrat angewachsen ist. Doch wenn man sich die "sonstigen" Merkmale im Detail anschaut und bewertet findet man da doch eine gute Übereinstimmung.
- Ach ja, solche Fruchtkörper (alle auf der Oberseite eines liegenden Stamms) gab es mehrere zu bewundern.
---> Klar dürfte sein, dass bei dem von mir gezeigten "völlig untypischen" Fruchtkörper jeder "Schlüsselversuch" scheidern wird.
Liebe Grüße
Gerd
PS.:
- Dieses Bild hatten ich vor einigen Jahren
Hier diskutiert. Und da siehst du, dass auch andere Pilzkenner Bestimmungsprobleme hatten.
- So und jetzt werde ich meinen Beitrag im Unterforum "Missbildungen" fortführen.